| Vitamin D
Der Knochenaufbaustoff – Das Sonnenvitamin
Allgemeines zu Vitamin D:
Vitamin D ist fettlöslich, wird somit mit Fetten aufgenommen
und durch die Darmwände resorbiert, Es wird als Vitamin,
aber viele Biochemiker halten es eigentlich für ein Hormon.
Die Vitamin-D-Gruppe umfasst mehrere vitaminwirksame
Verbindungen. Man unterscheidet zwischen Vitamin D2 (Ergocalciferol)
und Vitamin D3 (Cholecalciferol). Das biologisch für unseren
menschlichen Körper verfügbare und wirksame Vitamin ist das
D3. Das Vitamin D2 kommt in pflanzlichen, das Vitamin D3 in
tierischen Lebensmitteln vor. Der Mensch ist unter Einfluss
des Sonnenlichts in der Lage, das Vitamin D3 aus einer
Vorstufe selbst im Körper zu bilden.
Wirkungen:
Die D-Vitamine sind für die Regulation der Calciumhomöostase
(Gleichgewicht) und des Phosphatstoffwechsels erforderlich.
Für eine optimale Vitamin D-Zufuhr ist eine entsprechende
Calciumzufuhr und umgekehrt notwendig. Ein Mangel an Vitamin
D verursacht Störungen im Calcium und Phosphathaushalt, was
wiederum zur einem Mineralienmangel (Demineralisierung) in
den Knochen führt. Folgen können sein:
- Osteoporose
- Osteomalazie
- Rachitis (Verformung von Beinen, Kopf und Brustkorb) bei
Kindern
- O-Beine und Hüfterweichung im Alter.
Nur durch eine ausreichende Konzentration von Calcium und
Phosphat im Blut ist eine normale Mineralisierung von
Knochen und Knorpel gewährleistet. Vitamin D kann die weißen
Blutkörperchen zum Kampf gegen bakterielle Infektionen
bewegen. Aufgrund einiger bisherigen Studienergebnisse
vermuten einige amerikanische Forscher, dass Vitamin D auch
vor Multipler Sklerose, Arthritis und jugendlicher Diabetes
schützen könnte.
Bedarf:
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE empfiehlt
gesunden Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 5 µg, ab 65
Jahre 10 µg, und Schwangeren und Stillenden 5 µg zusätzlich.
Wer sollte Vitamin D zu sich nehmen und wer hat einen
erhöhten Bedarf?
- Ältere Menschen, die sich nicht mehr so viel im
Sonnenlicht bewegen können
- In Wintermonaten mit wenig Sonnenlicht, wenn die Bildung
des Vitamins durch die Sonne nicht gewährleistet sein kann
- Zur Prophylaxe (Vorbeugung) bei Neugeborenen
- Zur Unterstützung des Calciumhaushaltes zum Festigen der
Knochen
- Menschen, die Antiepileptika und Schlafmittel einnehmen
- Vegetarier, weil Vitamin D nur in tierischen Lebensmitteln
vorkommt, und wenn sie sich nicht genügend der Sonne
aussetzen
- Menschen, die chronische Leber- und Galleerkrankungen,
sowie Störungen des Verdauungstraktes haben, können schlecht
Fett aus dem Darm absorbieren (aufnehmen) und die Leber kann
das Vitamin D nicht mehr speichern.
- Sonnenschutzmittel mit dem Schutzfaktor (SF) >8 verhindern
die Synthese (Aufnehmen) von Vitamin D in der Haut
vollständig.
Vorkommen in der Natur (Vitamin D-reiche Nahrungsmittel)
Menge
100 g Lachs 16,0 µg
100 g Thunfisch 5,0 µg
1 mittleres Hühnerei 1,0 µg
100 g Kalbsleber 1,0 µg
30 g Hartkäse 0,33 µg
10 g Butter 0,1 µg
Um den Nahrungs-Mindestbedarf eines gesunden erwachsenen
Menschen an Vitamin D zu decken, müsste man täglich 100 g
Thunfisch essen.
Hinweise:
Die Vitamin D-Gehalte in der Mutter- und Kuhmilch decken
nicht den Bedarf des Säuglings. Hierzulande sind die
klimatischen Bedingungen im Winter ungünstig. Daher wird für
Säuglinge -unabhängig von der Jahreszeit– eine tägliche
Zulage von 10 µg Vitamin D empfohlen. Diese
Rachitis-Prophylaxe (Vorbeugung) wird in der Regel in
Kombination mit einer Fluorzulage, bekannt als Vitamin
D-Fluorette, in Tablettenform durchgeführt.
Säuglingsmilchnahrungen sind zusätzlich mit 10 µg/l
angereichert.
Wann geht das Vitamin D verloren?
Dunst und Smog behindern die Sonnenstrahlen, die für die
Vitamin-D-Produktion notwendig sind. Wenn ein bestimmter
Bräunungsgrad durch die Sonne erreicht ist, hört die
Vitamin-D-Produktion durch die Haut auf. Chronische Leber-
und Gallenblasen-Erkrankungen sowie andere Störungen des
Verdauungstraktes, bei denen Fett schlecht aufgenommen wird,
reduzieren die Aufnahme dieses Vitamins. Menschen mit
Nierenproblemen weisen einen stark verschlechterten
Vitamin-D-Status auf.
Anzeichen eines Vitamin D-Mangels/einer Unterversorgung
Vegetarier entwickeln einen Vitamin-D-Mangel durch mangelnde
Sonneneinwirkung, da dieses Vitamin nur in tierischen
Produkten vorkommt. Ältere Menschen, die ans Haus oder an
ein Altersheim gebunden und ungenügend mit Nährstoffen und
Sonnenlicht versorgt sind, sind einem erhöhten Risiko für
einen Vitamin-D-Mangel ausgesetzt. Selbst wenn sie genügend
Sonnenlicht bekommen, ist im Alter die Synthese
(Entwicklung) von Vitamin D in der Haut weniger
wirkungsvoll, so dass im Vergleich zu jüngeren Menschen
weniger als ein Drittel des D-Vitamins durch
Sonneneinwirkung hergestellt wird. Außerdem verlieren die
Nieren von älteren Mensch ihre Fähigkeit, das eingelagerte
Vitamin D in seine aktive Form zu verwandeln.
Da die Sonnenintensität und die Dauer der Sonneneinstrahlung
in den nördlicheren Breiten reduziert ist, besteht für die
Bewohner dieser Zonen besonders im Winter eine große Gefahr
für die Entwicklung eines Vitamin-D-Mangels. Wenn das
Sonnenschutzmittel einen Schutzfaktor hat, der größer als
„8“ ist, ist die Bildung von Vitamin D in der Haut
verhindert.
Verzögertes Wachstum, gestörte Entwicklung (das Kind beginnt
spät zu kriechen und zu laufen), verminderte Entwicklung von
Knochen und Muskulatur, Reizbarkeit und Ruhelosigkeit,
gestörtes Immunsystem durch wiederholte Infektionen, Verlust
des Gehörs und Ohrensausen, Muskelschwäche, besonders an
Hüfte und Becken (Schwierigkeiten beim Aufstehen und
Treppensteigen, unsteter Gang), erhöhtes Risiko für
Dickdarm- und Brustkrebs sind Anzeichen eines
Vitamin-D-Mangels. Bei verspätetem Ausfall des Milchgebisses
und bei schlechter Entwicklung des Zahnschmelzes hat man
Vitamin D-Mangel erkannt.
Quellenverzeichnis:
Burgersteins Handbuch der Nährstoffe, Haug Verlag, ISBN
3-8304-2017-X, Vitamine und Mineralstoffe, AID
Verbraucherdienst, 3207/1993, Referenzwerte für die
Nährstoffzufuhr, Umschau/Braus, ISBN 3-8295-7114-3, Fit
durch Vitamine, Klaus Oberbeil, Südwest-Verlag, ISBN
3-517-01422-2, Earl Mindell, die Vitamin-Bibel für das
21.Jahrhundert, Heyne Verlag, ISBN 3-453-16016-9. Hayes CE,
Cantorna MT, Deluca HF. Vitamin D and multiple sclerosis.
Proc Soc Exp Biol Med 1997;216:21–7 [review]... Cantorna MT.
Vitamin D and autoimmunity: is vitamin D status an
environmental factor affecting autoimmune disease prevalence?
Proc Soc Exp Biol Med 2000;223:230–3 [review].
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werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher
Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher
Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern
sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt
wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt
werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle
Nebenwirkungen nicht bekannt sind.
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