Vitamin B1 (Thiamin)
Vitamin B1 ist wasserlöslich und muss wie bei allen anderen
Vitaminen der B-Gruppe täglich neu ersetzt werden. Ein
Überschuss wird ausgeschieden. Es kommt in fast allen pflanzlichen und
tierischen Lebensmitteln vor, allerdings nur in kleinen
Mengen. Als Vitamin B1 bezeichnet man eine Verbindung, die
in ihrer Coenzymform Thiaminpyrophosphat eine
Schlüsselstellung im Zellstoffwechsel einnimmt. Die Vitamine
befinden sich vorwiegend in den äußeren Schichten des Korns.
Insofern enthalten hausgemahlene Mehle (z.B. Weizenmehl,
Typ 405) daraus hergestellte Backwaren und auch geschälter
Reis nur sehr wenig Vitamin B1.
Wirkungen
Man nennt B1 auch das Stimmungsvitamin, weil es einen
positiven Einfluss auf die psychische Verfassung und auf das
Nervensystem nimmt. Störungen im Nervensystem erklären sich
durch die wichtige Funktion des Thiamins im
Kohlehydrat-Stoffwechsel, denn das Nervensystem erhält seine
Energie aus der Verwertung von Glucose. Es hat eine leicht
harntreibende Wirkung. Thiamin steigert das Wachstum,
lindert Schmerzen nach Eingriffen an den Zähnen und hilft
bei der Behandlung von Gürtelrose. Vitamin B1-Mangel
verbunden mit eiweißarmer Ernährung führt zur Beri-Beri–Erkrankung,
die sich in Störungen im Nervensystem mit
Lähmungserscheinungen und Muskelschwund, Wasseransammlungen
im Körpergewebe (Ödeme) und Herzfunktionsstörungen äußert.
Thiamin neutralisiert schädliche Zellstoffwechselprodukte
(„freie Radikale“), ist antioxidant wirksam und bekämpft
Stresseffekte, die durch Rauchen oder vermehrten
Alkoholkonsum verursacht werden.
Indikationen
- seltene Fälle von Anämie (Blutarmut)
- Patienten mit chronischem Herzversagen (ältere Generation)
- für Menschen mit erhöhtem Alkoholkonsum
- für Menschen mit erhöhter physischer Aktivität und
sportlichem Training
- bei nervösen Störungen (Thiamin vermag die Schmerzgrenze
herabzusetzen)
- bei Nervenentzündungen (Trigeminusneuralgie, eingeklemmten
Rückennerven, diabetisch-bedingten Nervenstörungen)
- positiv einsetzbar bei Alzheimer-Erkrankung
- bei Depressionen
- Menschen mit Multipler Sklerose kann intravenös Thiamin
zugeführt werden
- bei Konzentrationsstörungen
Natürliche Quellen
B1 ist in kleinen Mengen in fast allen pflanzlichen und
tierischen Lebensmitteln enthalten. Die höchste
Konzentration ist in magerem Schweinefleisch, Herz, Leber und
auch in anderen Fleisch– und Geflügelsorten. Unter den
pflanzlichen Lebensmitteln sind Vollkornprodukte (z.B.
Haferflocken) die Favoriten, ferner Hülsenfrüchte und
Kartoffeln, Sonnenblumenkerne, Linsen, Grünkern und
Naturreis.
Empfohlene tägliche Vitamin B1-Zufuhr
- zur Prävention von Thiamin-Mangel entprechend den
Empfehlungen der DGE: Frauen 1,1 bis 1,2 mg
- Therapeutischer Dosierungsbereich nach Werbach (1990): 10
bis 200 mg
Hinweise: Thiamin ist eines der wichtigsten Coenzyme und
Funktionsbestandteil von mindestens 24 Enzymen.
B1 ist sehr labil. Wegen der hohen Wasserlöslichkeit wird es
leicht durch Hitze und Sauerstoff zerstört. Selbst bei
sachgerechter Lagerung gehen oft 20 – 40 % verloren.
Literaturangaben:
Burgersteins Handbuch der Nährstoffe, Haug Verlag, ISBN
3-8304-2017-X
Vitamine und Mineralstoffe AID Verbraucherdienst Nr.
3207/1993
Die Nährstoff-Bibel, Handbuch der Nahrungsergänzungsmittel
von Earl Mindell, Heyne-Verlag, ISBN 3-453-15456-8
Die Muntermacher, Wellness von Innen & Co.
Die Vitamin-Bibel für das 21. Jahrhundert, Earl Mindell,
Haug Verlag ISBN 3-453-16016-9
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Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher
Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern
sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt
wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt
werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle
Nebenwirkungen nicht bekannt sind.
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