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Creatin

Power für die Muskulatur

Creatin (bzw. Creatinmonohydrat) ist eine körpereigene Substanz, die in der Leber aus drei Aminosäuren (Arginin, Glycin, Methionin) gebildet wird. Es ist eine der beliebtesten Nahrungsergänzungen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit von Sportlern. Besonders hilfreich ist die Anwendung bei Sportarten, in denen es auf Schnelligkeit, kurzfristige Höchstleistungen und Leistungsspitzen ankommt.

Creatin ist eine körpereigene Substanz, die hauptsächlich in der Muskulatur vorkommt. Da die Muskelzellen sehr viel Creatin speichern können, steigt bei einer Einnahme von Creatinmonohydrat der Creatingehalt im Muskel deutlich an. Dieser Creatingehalt bestimmt zu einem wesentlichen Teil die Dauer, mit der ein Muskel maximal belastet werden kann. Somit ermöglicht Creatin kurzfristige Höchstleistungen und zögert eine Muskelermüdung hinaus. Dies unterstützt ebenso die Leistungsfähigkeit in Wettkämpfen als auch die Effektivität des Trainings, denn ein intensiveres Training sorgt auch für einen besseren Muskelaufbau.

Zahlreiche Studien belegen die leistungssteigernde Wirkung des Creatins. Eine Studie der Uni Münster zeigte, dass Creatin die Leistung besonders bei kurzen, intensiven Muskelbelastungen verbessert. Zudem können durch die Zufuhr von Creatin Erholungszeiten nach hartem Training verkürzt werden.

In Amerika wird Creatin schon langer als natürlicher Powerstoff von Spitzenathleten in praktisch allen Sportarten eingesetzt, denn die Muskeln verfügen durch die Einnahme von Creatin über mehr Energie, Kraft und Ausdauer.

Eine Nahrungsergänzung empfiehlt sich vor allem bei Sportlern, die sich vegetarisch ernähren, da Creatin in pflanzlichen Lebensmitteln und Milchprodukten nur in geringen Mengen vorhanden ist. Gute Quellen sind dagegen Fleisch und Fisch. Zur hoch dosierten Zufuhr ist die Einnahme einer Nahrungsergänzung mit Creatinmonohydrat empfehlenswert. Profitieren kann von einer ergänzenden Creatinaufnahme jeder, der möglichst schnell Muskeln aufbauen möchte oder ein natürliches Mittel zur Verbesserung seiner sportlichen Höchstleistung sucht.

Tipp für Sportler: Lesen Sie den interessanten Artikel "Creatinsupplementation im Kraftsport" vom Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.

Creatin für Alltag und Beruf, für Vegetarier, sowie für Senioren und Rekonvaleszente

Neuere Forschungsarbeiten zeigen nun, dass nicht nur Athleten und Spitzensportler von Creatin profitieren können, sondern auch Personen, die in Beruf und Alltag unter physischem und psychischem Leistungsdruck stehen, sowie Rekonvaleszente, deren Muskelmasse und Kraft nach längerer Bettlägerigkeit stark reduziert worden ist.

Dasselbe gilt insbesondere auch für Vegetarier und ältere Personen, die nachweislich signifikant niedrigere Creatin- und Phospho-Creatin Spiegel in ihren Muskeln aufweisen (Smith et al. 1998). Auf Grund der positiven Berichte vieler Personen, die Creatin zu sich nehmen, kann gefolgert werden, dass diese Substanz auch die Leistung des Gehirns, z.B Lernen und Gedächtnis, sowie die Koordination der Bewegung verbessern und gleichzeitig die Stresstoleranz erhöhen kann. Viele Probanden berichten zudem, dass sie sich mit Creatin auch psychisch schneller und besser erholen und weniger Schlaf benötigen.

Die muskulären Phospho-Creatin-Speicher nehmen mit dem Alter nämlich deutlich ab (Pastoris et al. 1998) und die Gruppe der Personen ab 50 Jahren profitieren am meisten von einer Creatin-Supplementation (Smith et al. 1998). Es ist offensichtlich, dass sich eine Creatin-Supplementation deshalb besonders auch für Senioren eignet und dieses Mittel als wertvolles Zusatz- und Aufbaupräparat für den Geriatriebereich auch in Alters- und Pflegeheimen mit Erfolg eingesetzt werden könnte. Creatingaben wären sicher auch für magersüchtige jüngere und ältere Patienten zu empfehlen.

Es ist allgemein bekannt, dass schon nach relativ kurzer Bettlägerigkeit sowohl die Muskelmasse als auch die Muskelkraft von immobiliserten Patienten signifikant abnehmen und ein Wiederaufbau des Muskelapparates während der Rekonvaleszenz auch unter regelmäßiger Physiotherapie und mit entsprechendem Krafttraining längere Zeit in Anspruch nehmen kann. In diesem Zusammenhang ist kürzlich ein Durchbruch mit der Anwendung von Creatin gelungen. Es konnte nämlich gezeigt werden, dass bei freiwilligen Probanden, denen während 2 Wochen ein Bein von der Hüfte bis zu den Zehen eingegipst (immobilisiert) worden war, durch Creatineinnahme der Verlust an Muskelmasse am immobilisierten Bein im Vergleich zu einer Kontrollgruppe zwar nicht signifikant vermindert werden konnte, aber dass sich sowohl Muskel- und Kraftzuwachs nach Entfernung des Gipses während der Rehabilitationsphase bei der Creatin-Gruppe deutlich besser entwickeltem und die Durchmesser aller Muskelfasern nach der Rehabilitation signifikant größer waren als bei der Kontrollgruppe, die kein Creatin zu sich nahm (Hespel et al. 2001). Auf Grund dieser Daten wird für die Rehabilitation, z.B. von Hüft- und Kniegelenk-Operierten Creatin in Rehabilitationszentren bereits schon mit Erfolg eingesetzt.

Einsatz von Creatin für Rehabilitation und bei katabolen Situationen

Es ist bekannt, dass schon nach relativ kurzer Bettlägrigkeit sowohl die Muskelmasse als auch die Muskelkraft von immobilisierten Patienten signifikant abnehmen und ein Wiederaufbau des Muskelapparates längere Zeit in Anspruch nimmt.
Wenn Creatin bei der Stilllegung eines Beins (z.B. Immobilisation infolge Knochenbruch) eingenommen wird, dann ist die Zunahme an Muskelkraft und Muskelmasse in der Rehabilitationsphase deutlich besser als in der Kontrollgruppe mit Placebo.
Die gleichzeitige Erhöhung der Expression von muskelbildenden Faktoren, sowie die Stimulierung von Muskel-Stammzellen durch Creatin können die Verbesserungen der Wiederherstellung der Muskulatur während der Rehabilitationsphase erklären.
An gewissen Schweizer Rehabilitationszentren gibt man Patienten zwei Wochen vor einer orthopädischen Operation (Knie- und Hüftgelenk) Creatin damit der Muskelschwund vermindert und die Rehabilitation schnellere Wirkung zeigt.

Neuromuskuläre Krankheiten

Viele Krankheiten, besonders jene im neuromuskulären Bereich gehen mit einer gestörten Zellgenetik einher, d.h. der Energiezustand der Nerven- und/oder Muskelzellen ist in diesen Patienten deutlich vermindert. Creatin wird aufgrund seiner zellschützenden Wirkung bereits auch bei verschiedenen neuromuskulären (Muskeldystrophie) und neuro-degenerativen Erkrankungen (ALS, MS, Parkinson und Huntigton) als wertvolle Hilfstherapie eingesetzt.

Muskelkranke Patienten

Verschiedene Forschergruppen konnten an Patienten mit verschiedenen muskulären und neuromuskulären Erkrankungen deutlich positive Effekte auf die Muskelkraft nach Einnahme von Creatin zeigen.

Schwere Krankheiten und katabole Zustände

Die Muskelmasse kann bei schweren Krankheiten (AIDS, Krebs, ALS, u.a.) und einseitiger Ernährung mehr oder weniger schnell abnehmen (katabol). Creatin fördert die Bildung von Muskelmasse und es scheint logisch, Creatin bei katabolen Zuständen als Hilfstherapie einzusetzen. Die Dosierung (Person mit 70 kg KG) sollte 2-3 x 4 g Creatin täglich während 14 Tagen und anschließend 1-2 x 2 g Creatin pro Tag betragen. Eine Einnahmepause sollte während den Wochenenden eingelegt werden.

Geistige Ermüdung und Konzentrationsschwäche

Eine wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass bei der Einnahme von Creatin verschiedenen Rechenaufgaben von unterschiedlichen Altersgruppen besser gelöst werden konnten. Die Energieversorgung und die Sauerstoffaufnahme im Gehirn wurden verbessert. Mit Infrarot-Spektroskopie konnte die Verbesserung des Sauerstoffverbrauchs in den entsprechenden Regionen des Gehirns gezeigt werden. Die Dosierung (Person mit 70 kg KG) sollte 2-3 x 4 g Creatin täglich während 14 Tagen und anschließend 1-2 x 2 g Creatin pro Tag betragen. Eine Einnahmepause sollte während den Wochenenden eingelegt werden.

Intelligenz, Lernen und Gedächtnis

Junge Erwachsene Vegetarier, die nur sehr wenig Creatin von außen zu sich nehmen, machten einen Intelligenz-Test (RAPMs) und Arbeitsgedächtnis-Test (BDS). Die Resultate bei den Creatin-Probanden waren in dieser doppelbilden Cross-over-Studie statistisch hochsignifikant besser.

Anti-Aging und Wellness

Eine ganze Anzahl von altersbedingten und degenerativen Erkrankungen gehen einher mit oder werden verursacht durch Schädigung der Zellen via hoch-reaktive Sauerstoffradikale. Creatin ist in der Lage, wirkungsvoll gewisse Arten von freien Sauerstoffradikalen zu neutralisieren (entgiften) und so Zellschädigungen zu vermindern.
Creatin greift positiv in drei fundamentale Prozesse ein, die für die Degeneration und das Altern von Zellen verantwortlich sind: 1. chronisches Energiedefizit, 2. erhöhte intrazelluläre Kalzium-Konzentration, 3. frei Sauerstoffradikale. Mit der Einnahme von Creatin kann das Absterben von Zellen, wie in Zellkulturen von dystrophen Muskeln der mdx-Maux demonstriert, verhindert werden.

Zellschützende Wirkung

Patienten mit einem genetischen Defekt, der den Transport von Creatin verunmöglicht, haben schwere Störungen in der Sprachentwicklung, mentale Retardation, epileptische Anfälle und progressive Hirnatrophie. Dies zeigt, dass das CK-System im Gehirn und in den Nervenzellen essentielle Funktionen erfüllen.
Zahlreiche Studien in Tier- und Zellkulturmodellen zeigen, dass Creatin eine deutlich zellschützende, neuroprotektive Wirkung hat. Creatin reduziert z.B. die Schadenszonen im Rückenmark bei einem Tiermodell für Querschnittlähmung, sowie die Sekundärschädigung des Gehirns bei Schädel-Hirn-Trauma und eine deutlich zellschützende, neuroprotektive Wirkung in neugeborenen Ratten, die zu wenig Sauerstoff erhalten.

Creatin und Krebs

Schon vor Jahren wurde die antitumorale Wirkung von Creatin erkannt. Alle diesbezüglichen Studien (im Tiermodell oder in Kulturmedien) haben bei verschiedenen Krebszellen immer wieder gezeigt, dass Creatin die Vermehrung von Krebszellen hemmt und sie auch empfindlicher für die Chemo- oder Radiotherapie macht. Eine Studie zeigt auch eine vermindernde Motilität der Krebszellen, also Metastasenbildung verhindern kann. Auch wenn die Resultate unterschiedlich sind, so konnte aber in keiner Studie eine wachstumsfördernde Wirkung von Creatin auf Krebszellen beobachtet werden.



Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.
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