| Cholin & Inositol
Wer sich keine Namen und Telefonnummern merken kann und
außerdem einen zu hohen Cholesterin-Spiegel hat, sollte sich
für dieses B-Vitamin interessieren. Es ist vorwiegend in
Eigelb, Leber, Bierhefe und Weizenkeim enthalten. Unsere
Leber stellt es aber auch selbst her, und zwar aus den
Aminosäuren (Eiweißbausteinen) Methionin und Serin, die
wiederum hauptsächlich in Fleisch, Eiern und Käse enthalten
sind.
Bis zu Beginn der 90er Jahre glaubte man, dass Cholin kein
essentieller Nährstoff sei und der Bedarf durch die
Eigenproduktion im Stoffwechsel gedeckt werde. Studien des
US-Cholin-Experten Dr. S. H. Ziesel aus dem Jahr 1993
belegen, dass wir Cholin mit der täglichen Nahrung aufnehmen
müssen. Der tägliche Bedarf liegt bei drei bis vier Gramm.
Wer unter massivem psychischen Stress steht (Konflikte,
Probleme, Kummer, Sorgen, Leistungsdruck usw.) braucht bis
zum Doppelten dieser Werte, um Gehirn und Nerven
leistungsfähig zu halten.
Cholin ist eine der wichtigsten so genannten lipotropen
Substanzen. Es sorgt für die Verarbeitung, das Verflüssigen
und den Transport von Fettmolekülen. Ohne Cholin kommt es in
der Leber zu gefährlichen Anhäufungen von Fett, der
Fettleber, weil Fettmoleküle weder verarbeitet noch
abtransportiert werden können. Ganz entscheidend ist dabei,
das Cholin selbst Teil bestimmter Fettsubstanzen und
Lipoproteine wie z.B. Cholesterin ist. Lipoproteine sind
Fettmoleküle, die von einem Eiweißmantel eingeschlossen
sind. Nur so sind sie im Blut überhaupt transportfähig, weil
sich das im Wasser nicht lösliche Fett sonst an den
Gefäßwänden ablagern würde.
Zusammen mit Inositol sorgt Cholin dafür, dass
Cholesterin in den Körperzellen verwertet werden kann.
Bei Mangel kann ein Nachschub an Cholin deshalb den
Cholesterin-Spiegel senken. Ohne Cholin zirkuliert
Cholesterin unablässig weiter im Blut. Seine Konzentration
kann gefährlich ansteigen, weil die Cholesterin-Moleküle von
den Zellen nicht angenommen werden. Unsere Zellen sind
jedoch auf Cholesterin angewiesen, da es Bestandteil der
schützenden Zellmembran ist.
Ohne Cholin und Inositol wird Cholesterin ranzig, es
verklebt und bildet zusammen mit totem Eiweißabfall
Verkrustungen. Dadurch können Nährstoffe nicht mehr flüssig
genug oder überhaupt nicht mehr ins Innere der Zelle
transportiert werden, und die Zelle beginnt abzusterben. Die
mikroskopisch winzigen Kanälchen werden verstopft. Gedanken,
Empfindungen und andere Gehirnsignale werden nicht mehr
ordnungsgemäß übertragen werden. Man kann keine klaren
Gedanken mehr fassen, ist geistig müde, vergesslich, verzagt
oder depressiv. Trotz ständiger Müdigkeit kann man nur
schwer einschlafen.
Im gleichen Maße, wie die Cholesterin Werte im Blut
ansteigen, sterben Gehirn- und Nervenzellen ab.
Weitere Funktionen
- Entgiftung und Ausscheidung von Chemikalien: Cholin
unterstützt das Enzymsystem der Leber, welches das Blut
entgiftet und Medikamente bzw. toxische Umweltchemikalien
ausscheidet.
- Fett-Metabolismus in der Leber: Cholin ist notwendig für
den Transport von Triglyceriden und anderen Fetten aus der
Leber in das Gewebe. Ein niedriger Cholin-Status ist
gleichbedeutend mit der Anhäufung von Fett in den
Leberzellen und mit einer gestörten Leberfunktion.
- Synthese von Acetylcholin: Cholin wird in den Nerven und
im Gehirn zu Acetylcholin umgewandelt. Acetylcholin ist
einer der Hauptneurotransmitter, der Emotionen und Verhalten
im Gehirn steuert.
Folgen von Mangelzuständen
- Erhöhtes Risiko für Leberkrebs
- Fetteinlagerung in der Leber, was zu Leberschäden führt
- Gestörte Nierenfunktion
- Gestörter Carnitin Metabolismus
- Gestörter Wachstum
- Hoher Blutdruck
- Lern- und Gedächnisstörungen
- Unfruchtbarkeit
- Verminderte Produktion von roten Blutkörperchen
Beispiele für das Vorkommen in der Nahrung
100 g Rindsleber 520 mg
1 mittleres Hühnerei 270 mg
100 g Erdnüsse 95 mg
100 g Rinderfilet 66 mg
100 g Blumenkohl 42 mg
100 g Eisbergsalat 31 mg
100 g Vollkornbrot 13 mg
100 g Kartoffeln 8 mg
Anwendungsgebiete
- Alzheimer-Krankheit:
Ein Zeichen für Alzheimer-Krankheit ist ein niedriger
Acetylcholin-Spiegel im Gehirn. Cholin kann Menschen mit
Alzheimer und anderen Formen von Demenz zu helfen, indem der
Acetylcholin-Spiegel im Gehirn angehoben wird.
- Bewegungsstörungen:
Unregelmäßigkeiten des Acetylcholin-Systems im Gehirn können
zu Bewegungsstörungen führen. Deshalb kann Menschen mit
Parkinsonscher Krankheit, Huntington-Krankheit und anderen
Nervenstörungen, die sich in abnormalen Bewegungen äußern,
durch die Verabreichung von Cholin geholfen werden.
- Entgiftung der Leber und Ausscheidung von Medikamenten und
Chemikalien:
Cholin stimuliert das Enzymsystem der Leber, welches das
Blut entgiftet und Medikamente, Alkohol und toxische
Umweltchemikalien wie z.B. Pestizide, Lebensmittelzustände
und Schwermetalle ausscheidet.
- Leberentzündung:
Durch Cholin können Symptome von viralen Leberentzündungen
(Hepatitis) abgeschwächt werden sowie ihre Dauer reduziert
und Rückfällen vorgebeugt werden.
- Verbesserung der Hirnfunktionen:
Cholin vermag den Acetylcholin-Spiegel im Gehirn zu erhöhen.
Acetylcholin ist beteiligt, wenn unser Gedächtnis
Erinnerungen speichert und abruft. Cholin kann folglich die
Gedächtnisleistung steigern, besonders bei älteren Menschen.
- Alkoholkonsum
Durch Alkoholkonsum wird der Cholinspiegel in Blut und Leber
gesenkt. Schwerer Alkoholmissbrauch kann zu Fettleber und
Leberstörungen führen. Cholin kann den durch Alkoholkonsum
verursachten Schaden reduzieren und die Heilung
beschleunigen.
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deficits. J. Neurochem. 64 (1995) 749.
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Plenum Press, New York 1987.
Zeisel, S.H., Blusztajn, J.K.: Choline and human nutrition.
Ann. Rev. Nutr. 14 (1994) 269.
Diese Information basiert auf verschiedenen
Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen
übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese
Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt
werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher
Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher
Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern
sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt
wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt
werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle
Nebenwirkungen nicht bekannt sind. |