| Vitamin H (Biotin)
Biotin ist als Coenzym im Stoffwechsel notwendig und gehört
zu den wasserlöslichen B-Vitaminen. In der Nahrung liegt der
größte Teil des Biotins als Biocytin gebunden vor. Die
Nutzbarkeit beträgt nur die Hälfte des insgesamt vorhandenen
Biotins. Vitamin H wird auch von Darmbakterien bebildet. Der
Körper kann einen Teil davon nutzen. Zusätzlich ist er aber
auch auf die Biotinzufuhr über die Lebensmittel angewiesen.
Eier sind eine gute Biotin-Quelle, enthalten allerdings
ungekocht eine Substanz (Avidin), welche die Biotin-Aufnahme
im Körper blockiert. Kochen zerstört dieses Substanz.
Wirkung
Biotin wirkt als Coenzym bei der Bildung von Kohlehydraten
über den Weg der Gluconeogenese und der Bildung von
Fettsäuren. Das Coenzym hat die Aufgabe, Carboxylgruppen
(COOH) zu binden und auf andere Substanzen im Stoffwechsel
zu übertragen. Der wichtige Schritt bei der Synthese von
Glukose (Blutzucker) hängt von einem Enzym ab, das Biotin
enthält. Die Synthese von Glucose ist notwendig, um den
Blutzuckerspiegel konstant zu halten und Hypoglykämie
(Unterzuckerung) zu verhindern. Biotin spielt eine wichtige
Rolle in der Synthese von DNS (Desoxyribonukleinsäure =
genetische Erbinformation), die optimales Zellwachstum
ermöglicht.
Bedarf
Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt
gesunden Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von Biotin von 30
– 60µg pro Tag. Schwangere und stillende Frauen sollten lt.
DGE auch nicht mehr als die vorgeschriebene Zufuhr
einnehmen.
Wer sollte Vitamin H zu sich nehmen und wer hat einen
erhöhten Bedarf?
- In der Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf an
Biotin erhöht
- Antibiotika reduzieren die Aufnahme des Biotin
- Bei Fastenkuren entsteht ein Mangel
- Bei alkoholkranken Menschen erfolgt unzureichende Zufuhr
über die Nahrung
- Diabetiker benötigen Biotin zur Unterstützung der
Kontrolle des Insulins über den Blutzucker
- Menschen mit trockener, schuppiger Haut, Ekzemen,
Haarausfall und brüchigen Fingernägeln
- Menschen, die in großen Mengen rohe Eier essen, sollten
unbedingt Biotin zuführen
- Bei stumpfem, sprödem Haar. Biotin gibt wieder seidigen
Glanz
- Verbessert Haarspliss und macht brüchige Nägel wieder hart
- Bei seborrhoischer Dermatitis (Hautentzündung mit
Talgausschüttung)
Biotin stimuliert die Erneuerung der obersten Hautzellen und
beeinflusst das Wachstum und die Qualität von Haaren und
Nägeln günstig. Biotin ist in vielen Vitamin B-Komplexen und
Multivitamin-Präparaten enthalten.
Vorkommen in der Natur (Biotinreiche Nahrungsmittel)
Menge µg
100 g Kalbsleber 75 µg
100 g Sojabohnen 60 µg
30 g Bierhefe 30 µg
50 g Weizenkleie 22 µg
100 g Haferflocken 20 µg
100 g Champignons 16 µg
100 g Hühnerei 16 µg
1 mittlere Avocado 12 µg
1 dl Vollmilch 3,5 µg
Um den täglichen Nahrungs-Mindestbedarf eines erwachsenen
Menschen an Vitamin H aus zu decken, müsste man z.B. 30 g
Bierhefe essen.
Hinweis
In den USA betrachtet man eine Tagesdosis von 30 µg Biotin
als optimal für Männer und Frauen. Die Einnahme eines
Biotin-Präparats ist auch in höherer Dosierung ungefährlich
und wird meist gut vertragen.
Wann geht Biotin verloren?
Durch Verzehr großer Mengen roher Eier über einen längeren
Zeitraum hinweg.
Anzeichen eines Vitamin H-Mangels/einer Unterversorgung
Als Folgen eines Biotinmangels können unter anderem
schuppende Hautentzündungen, besonders um Mund und Nase,
Haarausfall und Glatzenbildung, Muskelschmerzen, Erbrechen,
Depressionen, Müdigkeit und Angstzustände auftreten.
Ebenso: Anfälle, vermindertes Wachstum und verlangsamte
körperliche und geistige Entwicklung (bei Kindern mit
vererbtem Fehler im Biotin-Stoffwechsel), Magenschmerzen,
Taubheit und Kribbeln in den Extremitäten (Hände und Füße,
Konjunktivitis (Bindehautentzündung)
Quellenverzeichnis
Burgersteins Handbuch der Nährstoffe, Haug-Verlag, ISBN
3-8304-2017-X
Muntermacher, Wellness von Innen & Co.
Vitamine und Mineralstoffe, AID Verbraucherdienst
informiert, 3207/1993
Werbach :R. Foundations of Nutritional Medicine. Third Line
Press. Tarzana, California 1997
Tipp: Weitere Informationen zu Biotin erhalten Sie auch
unter
www.gesundheit.com
Diese Information basiert auf verschiedenen
Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen
übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese
Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt
werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher
Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher
Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern
sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt
wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt
werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle
Nebenwirkungen nicht bekannt sind.
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