Es fördert die Bildung von Glutathion, das zur Entgiftung des Körpers von Schwermetallen wichtig ist. NAC verdünnt und löst den Bronchialschleim.
N-Acetyl-Cystein wird im Organismus aus der Aminosäure Cystein gebildet. In Nahrungsprotein ist es nicht enthalten. Große Bedeutung hat N-Acetyl-Cystein als Vorstufe des Glutathions, ein im Körper des Menschen vorkommendes Antioxidans. Aufgrund der die Immunfunktion unterstützenden Wirkung wird es unter anderem zur Behandlung von HIV-Patienten eingesetzt, die in der Regel sehr niedrige Glutathionspiegel und eine erhöhte Infektanfälligkeit aufweisen. Außerdem wird NAC als Medikament zur Schleimlösung bei Bronchitis und Husten, bei Schwermetallvergiftungen in Form intravenöser Infusionen und wegen seiner antioxidativen Wirkung zur Behandlung von oxidativem Stress eingesetzt.
N-Acetyl-Cystein findet auch im Sport Anwendung. So kann es den unerwünschten Abbau von fettfreier Körpermasse während einer Diät verringern. Die Infektanfälligkeit von Sportlern mit hohem Trainingsumfang kann durch NAC deutlich reduziert werden.
NAC und Malaria
Portugiesische Forscher könnten eine neue Möglichkeit gefunden haben, die schlimmen Folgen einer Malariainfektion zu verhindern: Mit Hilfe des auch bei Erkältungen eingesetzten Wirkstoffs N-Acetyl-Cystein imitierten sie bei Mäusen eine körpereigene Strategie, mit der die vom Erreger verursachten Schäden am Gewebe minimiert werden. Auf diese Weise gelang es ihnen, die Überlebensrate der Tiere von 20 auf 100 Prozent zu steigern. Besonders vielversprechend: Da der Ansatz nicht den Malaria-Erreger direkt angreift, sondern dem Körper Hilfe zur Selbsthilfe leistet, können auch keine der gefürchteten Resistenzen auftreten. Sollte sich die Strategie auch beim Menschen als wirksam erweisen, wäre eine Zulassung des Wirkstoffs wahrscheinlich recht schnell möglich - er wird heute bereits als Nahrungsergänzungsmittel und als schleimlösendes Medikament verkauft. Über ihre Arbeit berichten Elsa Seixas vom Instituto Gulbenkian de Ciência in Oeiras und ihre Kollegen im Fachblatt «PNAS» (doi: 10.1073/pnas.0903419106).
Die Malaria-Erreger - Parasiten der Gattung Plasmodium - sammeln sich nach einer Übertragung von Stechmücken auf den Menschen zuerst in der Leber, vermehren sich dort und gelangen dann in den Blutstrom, wo sie die roten Blutkörperchen befallen. Nach einer weiteren Reifungsphase platzen die betroffenen Blutzellen und setzen die Erreger erneut frei. Bei diesem Platzen gelangt zudem der rote Blutfarbstoff Hämoglobin in die Blutbahn. Das kann jedoch zum Problem werden: Reagiert der Körper mit einer Entzündungsreaktion auf den Angriff der Parasiten, zerstören die eigentlich gegen die Erreger gerichteten vom Immunsystem produzierten aggressiven freien Radikale den Blutfarbstoff und setzen dabei dessen zentrales Molekül, das sogenannte Häm, frei.
Dieses Häm übt jedoch eine zerstörerische Wirkung auf die Leber aus, vor allem, wenn es mit bestimmten Entzündungsfaktoren kombiniert wird, konnten die Wissenschaftler jetzt bei genetisch veränderten Mäusen zeigen. Diese Leberschäden enden nicht selten tödlich - es sei denn, der Körper reagiert mit der Produktion eines Schutzenzyms namens HO-1 auf den Angriff, oder die Mäuse bekommen den auch als ACC bekannten Wirkstoff N-Acetylcystein verabreicht. In beiden Fällen werden die Leberzellen vor den verheerenden Folgen des Häm-Angriffs geschützt, ohne dass der Malaria-Erreger direkt beeinflusst wird.
Bei Malaria zielt die Abwehrreaktion des Körpers normalerweise darauf ab, die Anzahl der Erreger zu verringern, erläutern die Forscher. Ähnlich wie bei einer Sepsis kann diese Immunstrategie jedoch den Körper so stark belasten, dass sie tödlich wirkt. Daher sei es sehr hilfreich, wenn man wie in dieser Studie einen alternativen Schutzmechanismus unterstützt, der dem Körper mehr Kraft und Zeit verschafft, sich nach und nach gegen die Infektion zu wehren. Die Wissenschaftler glauben, dass sich dieser Ansatz auch bei resistenten Malariaformen und sogar anderen Infektionskrankheiten bewähren könnte.
N-Acetyl-Cystein (NAC) und Schizophrenie
Es ist bekannt, dass die Glutathionkonzentrationen im Gehirn bei schizophrenen Patienten vermindert sind. Von der Universität von Melburne wurde eine Studie darüber durchgeführt, inwieweit eine Supplementierung mit dem Glutathion-Vorläufermolekül NAC die Symptomatik bei schizophrenen Patienten beeinflusst. Es handelte sich um eine randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 140 Patienten mit chronischer Schizophrenie, die zusätzlich zu einer antipsychotischen Medikation entweder 2 x 1 g NAC oder ein Placebo erhielten. Die Studie erstreckte sich über einen Zeitraum von 24 Wochen.
Zur Beurteilung der Wirksamkeit der Behandlung kamen verschiedene diagnostische Werkzeuge zum Einsatz, wie die Positive and negative symptoms scale (PANSS) und der Clinical global impression score (CGI) u.a.
Bei der Intent-to-treat-Analyse der Studie zeigte sich, dass die Verumgruppe (2 x 1 g NAC) bei verschiedenen Testverfahren deutlich besser abschnitt als die Placebogruppe: z.B. bei CGI, PANSS total, PANSS negativ. Außerdem war die Behandlung mit N-Acetyl-Cystein mit einer signifikanten Besserung der Sitzunruhe assoziiert. Bei der PANSS positive subscale gab es keinen Unterschied zwischen der Verum- und der Placebogruppe. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass mit NAC die Therapiemöglichkeiten bei chronischer Schizophrenie verbessert werden können.
N-Acetylcystein und Depressionen
Die Gabe von N-Acetyl-Cystein erwies sich auch als sichere und effektive Zusatztherapie für die Behandlung depressiver Symptome bei biopolaren Störungen. Durch die Gabe von NAC 2 x 1 g über eine Zeitraum von 24 Wochen kam es zu einer signifikanten Verbesserung der Behandlungsergebnisse im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die ein Placebopräparat erhalten hatte. Von derselben australischen Arbeitsgruppe konnte auch nachgewiesen werden, dass N-Acetyl-Cystein bei Patienten mit chronischer Schizophrenie von Nutzen ist. Vor allem konnte die Akathisie (Unvermögen, ruhig zu sitzen) bei den Patienten signifikant gebessert werden. Die Akathisie ist eine häufige Nebenwirkung der antipsychotischen Therapie.
N-Acetylcystein und Hyperhomocysteinämie
Von Wissenschaftlern der Universität von Istanbul wurden bei 60 Patienten mit koronarer Herzerkrankung und Hyperhomocysteinämie eine Studie zur Homocysteinsenkung durchgeführt.
30 Patienten erhielten täglich entweder 5 ml Folsäure oder 600 mg NAC über einen Zeitraum von acht Wochen. Weitere 30 Patienten bekamen ein Placebopräparat. Bei allen Patienten wurde die Endothelfunktion mittels Ultraschall sowie die Homocysteinkonzentration bestimmt. Sowohl Folsäure als auch NAC verminderten signifikant die Homocysteinkonzentration und verbesserten die Endothelfunktion. Dabei ergab sich kein Unterschied zwischen Folsäure und NAC.
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Quellen:
Berk M et al: N-Acetyl-Cysteine as a glutathione precursor for schizophrenia - a double-blind, randomized, placebo-controlled trial; Biol Psychiatry. 2008 Apr 22
Yilmaz H et al: Effects of folic acid and N-acetylcysteine on plasma homocysteine levels and endothelial function in patients with coronary artery disease; Acta Cardiol. 2007 Dec; 62(6): 579-85
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Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.






