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Wirkstoffe N - Z

Roter Reis

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Rotfermentierter Reis offenbar Wirkstoffe mit hohem Herzschutzpotenzial: Er bewahrt Infarktpatienten vor weiteren Katastrophen.
Rotfermentierter Reis ist in China weit verbreitet. Dazu wird der Reis mit dem Pilz Monascus purpureus versetzt, der ihm seine charakteristische, intensiv rote Farbe verleiht. Neben seiner Funktion als Nahrungsmittel ist er auch Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Unter anderem soll er die Verdauung fördern und Blutblockaden auflösen.
Nun hat ein amerikanisch-chinesisches Forscherteam erstmals die Herzschutzwirkung des Naturprodukts im Rahmen einer großen wissenschaftlichen Studie untersucht. Dabei konnten die Forscher zeigen, dass der rotfermentierte Reis über erhebliches Potenzial verfügt: Er schützte Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten, unter anderem vor Folgeinfarkten und senkte ihr Risko für einen vorzeitigen Tod.

Für ihre Untersuchung verfolgten die Wissenschaftler fünf Jahre lang das Schicksal von rund 5000 Infarktpatienten im Alter von 18 bis 70 Jahren, die an 60 Hospitälern der Volksrepublik China behandelt wurden. Ein Teil der Patienten nahm in dieser Zeitraum zweimal täglich ein Präparat mit 300 mg Roter Reis ein. Die übrigen Teilnehmer bekamen ein Placebo. Die Untersuchung war „doppeltblind“ gestaltet, das heißt, weder die behandelnden Mediziner noch die Patienten waren darüber informiert, wer den Wirkstoff erhielt und wer das Scheinmedikament.

Eine Auswertung ergab, dass Patienten, die Kapseln mit rotfermentiertem Reis erhalten hatten, ein um 45 Prozent niedrigeres Risiko für einen weiteren Infarkt trugen. Auch die Gefahr, sich einer Bypassoperation unterziehen zu müssen oder in diesem Zeitraum zu sterben, sank um jeweils ein Drittel. Darüber hinaus scheint das Präparat zudem vor Krebs zu schützen: Die Tumorsterblichkeit innerhalb der Roter-Reis-Gruppe war sogar um zwei Drittel niedriger als in der Placebogruppe. Damit schützt das Pflanzenpräparat womöglich besser als die im Westen weithin verordneten künstlichen Statine – bei geringeren Nebenwirkungen.

“Es ist faszinierend, dass ein Naturprodukt wie Roter Reis einen derart starken Effekt hat”, erklärt Studienleiter David M. Capuzzi vom Jeffersons University Hospital in Philadelphia, der die Untersuchung gemeinsam mit seinem Kollegen Zonliang Lu vom Fuwai Hospital in Peking durchführte. Wenn weitere Untersuchungen das Ergebnis bestätigten, könnte es ein wichtiges therapeutisches Mittel zur Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden, hofft der Forscher. “Allerdings wissen wir bis jetzt noch nicht, wie rotfermenterter Reis wirkt.” Auch die genauen Bestandteile der Kapseln sind noch nicht isoliert und untersucht worden.

Rotfermentierter Reis wirkt positiv auf den Fettstoffwechsel. In einer Studie erhielten je 31 Patienten mit Dyslipidämie entweder zweimal täglich 1,8 g sogenannten Roten Reis oder Placebo über einen Zeitraum von 24 Wochen (Ann Int Med 150, 2009, 830).

Die Ergebnisse: Nach zwölf Wochen war der LDL-Wert bei Patienten in der Roter-Reis-Gruppe um 43 mg/dL im Vergleich zum Ausgangswert gesunken, in der Placebogruppe um 11 mg/dL. Nach 24 Wochen lagen die Unterschiede im LDL-Wert bei 35 mg/dL (Roter Reis) und 15 mg/dL (Placebo). Roter Reis könnte eine Option zur Therapie von Patienten mit erhöhten Blutfettwerten sein, wenn diese keine Statine vertragen, folgern die Autoren.

Aktualisiert ( Dienstag, 28. Juli 2009 um 14:28 )  

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