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Wirkstoffe D - M

Memory formula

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In der Schule pauken die Kinder Vokabeln und geschichtliche Jahreszahlen. Ihr Erinnerungsvermögen wird ihnen dabei immer ein unauffälliger Verwalter sein, der nicht nur harte Fakten, sondern auch Melodien, Gerüche und Momente ordnen und verwahren wird. Abhängig von Veranlagung, Training und Alter ist dieser Verwalter mehr oder weniger fleißig und zuverlässig. Ohne ihn, ohne Gedächtnis, Lernen und Erinnern, sind wir alle hilflos.
Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Was geschieht in unserem Gehirn, wenn wir uns etwas merken? Und wie können wir verhindern, dass uns eines Tages das Gedächtnis im Stich lässt, Lernen auf einmal sehr schwer fällt und die Erinnerungen an viele Geschehnisse verblassen?

Von der Gehirnzelle zur Erinnerung: So entsteht das Gedächtnis

In der Psychologie und Neurologie wird unter Lernen ein rein passives Lernen in Form von einfachen Reiz-Reaktions-Verbindungen verstanden. Das Lernen in der Schule und Ausbildung, das alltägliche „Lernen“ von Namen, Einkaufslisten und Telefonnummern ist Gedächtnisleistung: Die Fähigkeit, Sinneswahrnehmungen (über die Augen, Ohren oder den Tastsinn) im Gehirn zu speichern und sie bei Bedarf wieder ins Bewusstsein zu rufen.

Das Grundelement unseres Nervensystems ist die Gehirnzelle, das Neuron. Milliarden dieser Zellen sind im Gehirn in Abermilliarden Kombinationen verschaltet, die untereinander kommunizieren.
Jede Gehirnzelle (Neuron) überträgt elektrische Impulse an andere Zellen über sogenannte Axone. Diese Leitungen werden bis zu einem Meter lang und verzweigen sich an den Enden zu Kontaktstellen, den Synapsen. Biochemisch übertragen Botenstoffe den Impuls an die gegenüberliegende "Empfänger" (Dendriten). Diese „Empfänger“ leiten den Impuls von diesen Kontaktstellen an die Empfängerzellen weiter, die daraufhin in einen Erregungszustand geraten und entscheiden, ihrerseits den Impuls an weitere Gehirnzellen weiterzuleiten. Milliarden dieser Prozesse finden jede Sekunde in unserem Gehirn statt und lassen unser Bewusstsein sowie das Gedächtnis entstehen, welches in das Kurzzeit- und das Langzeitgedächtnis unterteilt ist.

Das Langzeit-Gedächtnis entsteht, indem durch einen mehrfachen Reiz Gehirnzellen (Neurone), die miteinander in Verbindung stehen, für dieses Signal sensibilisiert werden. Neurone, die von ihren Nachbarzellen wiederholt aktiviert werden, verändern sich: eine zusätzliche Kontaktstelle (Synapse) entsteht.

Im Kurzzeitgedächtnis werden im Gegensatz zum Langzeitgedächtnis keine dauerhaften physischen Verbindungen geschaffen, sondern nur Gehirnzellen aktiviert. Die Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses beträgt etwa sieben Objekte. Eine Folge von Ereignissen (Zahlen, Gesichter, Namen,...) der Länge 5 kann also im Kurzzeitgedächtnis gespeichert werden, eine Folge der Länge 15 jedoch nicht. Die maximale Speicherdauer im Kurzzeitgedächtnis ist ohne Wiederholung nur sehr kurz: Sie beträgt einige Sekunden. Wollen wir den Inhalt länger behalten, müssen wir ihn im Geiste wiederholen.

Doch nicht nur Kinder und Erwachsene verfügen über ein Gedächtnis: Ein Baby ist schon im Bauch der Mutter lernfähig. Föten lernen und gewöhnen sich an wiederholte Geräusche. So haben niederländische Forscher im angesehenen Wissenschaftsmagazin Lancet berichtet, dass Föten bereits ein Langzeitgedächtnis von mindestens 24 Stunden besitzen.

Huperzin A ist ein Extrakt aus Huperzia serrata (einer Moospflanze aus den Bergregionen Chinas). Es wird in China schon seit jeher zur Verbesserung der Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und Konzentration eingesetzt.

Huperzin A scheint den Abbau von Acetylcholin zu verhindern, welches der  Reizübertragung zwischen den Kontaktstellen (Synapsen) im Gehirn dient.
Informationen werden im Kurzzeitgedächtnis gespeichert, indem Gehirnzellen wie oben geschildert aktiviert werden. Ein Eintrag ins Langzeitgedächtnis entsteht, indem diese Gehirnzellen wiederholt aktiviert und dadurch neue Kontaktstellen (Synapsen) gebildet werden.

Wird nun zuviel Acetylcholin abgebaut oder in seiner Bildung gehemmt, werden die oben genannten Prozesse behindert, was zu seniler Demenz und Alzheimer führen kann. Huperzin A jedoch scheint den Abbau von Acetylcholin aufhalten zu können.

In einer doppelblinden Untersuchung wurde bei Alzheimer Patienten eine signifikante Verbesserung der Gedächtnisleistung nach der Einnahme von 200 mcg Huperzin A zweimal täglich über einen Zeitraum von 8 Wochen festgestellt. Eine weitere doppelblinde Untersuchung bestätigte diesen positiven Effekt bei Personen mit Demenzerscheinungen. Diese viel versprechenden Ergebnisse weisen darauf hin, dass Huperzin A als natürliche Substanz bei der Behandlung und zur Vorbeugung von Gedächtnisproblemen helfen kann. Eine aktuelle Studie aus China weist darauf hin, dass Huperzin A die Merk- und Lernfähigkeit auch bei jungen Menschen verbessern kann: 68 Mittelstufenschüler, die über Gedächtnisprobleme klagten, wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Schüler glichen sich in psychischer Gesundheit, Geschlecht, Gesellschaftsschicht und einem ermittelten Quotienten, der die Leistung ihres Gedächtnisses darstellt. Dieser Quotient verbesserte sich bei der Gruppe, der Huperzin A verabreicht wurde, gegenüber der Plazebo-Gruppe dramatisch.

In China ist Huperzin A bereits zur Behandlung von Alzheimer-Patienten zugelassen, in den USA bisher nur als Nahrungsergänzungsmittel im Handel. Dort befindet es sich momentan in einer Phase-II-Studie. Große, umfassende klinische Studien nach westlichen Standards fehlen noch. Daher bewertet ein aktuelles Cochrane-Review, das als Goldstandard in der Bewertung klinischer Studien gilt, Huperzin A zur Alzheimerbehandlung noch zurückhaltend.

Vitamin B-12 ist notwendig für Aufbau und Funktion von Gehirn und Nervenzellen
Es wird für die Synthese von Myelin benötigt, der schützenden Schicht für viele periphere Nervenstränge, des Rückenmarks und des Gehirns. Ein Mangel an Vitamin B-12 äußert sich unter anderem in Müdigkeit, Nervosität, Depressionen, Taubheitsgefühl in Armen und Beinen, Gehbeschwerden oder Stottern. Besonders häufig kommt es zu Depressionen infolge einer Unterversorgung. So konnte bei einigen Menschen mit psychischen Problemen ein Mangel an Vitamin B-12 als Ursache festgestellt werden. Auch ältere Frauen haben einer Studie zufolge bei einem Vitamin B-12 Mangel ein doppelt so hohes Risiko an einer Depression zu erkranken.

B-12 Mangel lässt das Gehirn schrumpfen. Eine Studie der University of Oxford hat nachgewiesen, dass ältere Menschen mit einem unterdurchschnittlichen B-12-Wert sechsmal eher an einer Schrumpfung des Gehirns leiden als die mit normalen B-12-Konzentrationen. An der Studie nahmen 107 gesunde Freiwillige im Alter von 61 bis 87 Jahren teil, die über fünf Jahre begleitet wurden. Die Studienteilnehmer wurden entsprechend ihrer B-12-Werte in drei Gruppen aufgeteilt, wobei keiner der Studienteilnehmer einen labormedizinischen B-12-Mangel hatte.

Die Studienteilnehmer mit den niedrigsten B-12-Konzentrationen zeigten am ehesten Anzeichen einer Hirnschrumpfung, die kernspintomographisch nachgewiesen wurde. Die Studie wurde am 8. September 2008 in der Zeitschrift Neurology publiziert.

Folsäure kann das Gedächtnis älterer Menschen verjüngen.

Die regelmäßige Einnahme von Folsäure kann bei älteren Menschen die Hirnleistung verbessern. Das haben niederländische Wissenschaftler in einer dreijährigen Studie mit mehr als 800 Probanden belegt.
Versuchsteilnehmer, die zusätzliche Folsäure bekamen, erinnerten sich besser und konnten Informationen schneller verarbeiten, wie Jane Durga von der niederländischen Universität Wageningen und Kollegen im britischen Medizinjournal „The Lancet” (Bd. 369, S. 208) berichten.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistung des Gehirns ab. Schon länger vermuten Forscher, dass niedrige Folsäurewerte gekoppelt mit einem Anstieg der schädlichen Aminosäure Homocystein im Blut zu sinkender Gehirnleistung führen. Zudem könnte ein erhöhter Homocysteingehalt zu Demenz und auch Alzheimer führen. Folsäure senkt die Homocystein-Konzentration.

Die Forscher um Durga untersuchten die kognitiven Fähigkeiten von 818 Männern und Frauen mit erhöhten Homocysteinwerten im Alter von 50 bis 75 Jahren. Die Probanden wurden in zwei Gruppen eingeteilt, wobei die erste Gruppe drei Jahre lang 800 Mikrogramm Folsäure täglich einnahm, während die andere Gruppe ein Placebo bekam.
In der Folsäuregruppe sank der Homocysteinspiegel. Bei verschiedenen Tests zur Wahrnehmung und Reaktionsgeschwindigkeit schnitten diese Probanden auch besser ab als jene der Placebogruppe. Ihre Leistungen waren im Schnitt mit denen von zwei bis fünf Jahre jüngeren Menschen vergleichbar.
Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nehmen fast alle Deutschen zu wenig Folsäure über die Nahrung auf.

Folsäure verbessert kognitive Leistungen im Alter. Die Gabe von Folsäure als Nahrungsergänzung verbessert bei älteren Menschen die kognitiven Leistungen. Dies geht aus den im Lancet (2007; 369: 208-16) publizierten Ergebnissen einer randomisierten kontrollierten Studie hervor.

Das Risiko für altersbedingte Hörverluste kann durch eine höhere Folsäureaufnahme um 20 Prozent vermindert werden. Dies wurde nach Auswertung der Daten der Health Professionals Follow-up Study festgestellt und auf der Jahrestagung der amerikanischen HNO-Ärzte präsentiert
 

Aktualisiert ( Freitag, 23. Juli 2010 um 10:35 )  

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Schlagzeilen

Gesunde Fettsäuren unterstützen Chemotherapie und reduzieren Nebenwirkungen.
Omega-3-Fettsäuren könnten auch eine positive Wirkung in der Krebstherapie entfalten: Die Stoffe verringern die Größe von Tumoren und unterstützen Krebsmedikamente. Außerdem lindern sie schädliche Nebeneffekte der Chemotherapie, haben ägyptische Forscher um Abdulla El-Mowafy von der Universität in Al-Mansoura in Experimenten an Mäusen herausgefunden. Die Forscher hatten insbesondere die Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) im Visier, die in Seefischen wie Lachs und Hering vorkommt und Nahrungsmitteln zugesetzt wird. Die Ergebnisse können Ausgangspunkt für neue Therapieansätze liefern.