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Wirkstoffe D - M

Ginkgo Biloba

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Der Ginkgo Biloba - Baum ist ein lebendes Fossil, das schon vor über 200 Millionen Jahren auf der Erde existierte und seit ca. 5000 Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin zur Stärkung des Herz-Kreislaufsystems und bei Herz-Rhythmusstörungen angewendet wird. Ginkgoblatt-Extrakte werden traditionell im asiatischen Raum verwendet.
Heute wächst Ginkgo vor allem in den südlichen und östlichen Teilen der USA, in Süd-Frankreich, China und Korea. Medizinisch genutzt werden getrocknete oder frische Blätter und Samen des Ginkgo Baumes.

Ginkgoextrakte wurden bisher hauptsächlich bei älteren Menschen angewandt. Man stellte fest, dass Ginkgo die Sauerstoffverwertung steigert und so das Gehirn besser durchblutet. Dadurch werden das Gedächtnis, das Konzentrationsvermögen und andere Hirnleistungen verbessert. Ginkgoextrakte werden auch bei der Alzheimer-Krankheit angewendet. Es konnte gezeigt werden, dass diese Extrakte den so genannten Hippocampus, eine Hirnregion, die bei Alzheimer besonders betroffen ist, günstig beeinflussen. In einer deutschen Doppelblindstudie an älteren Personen mit einer leichten Demenz zeigte sich die Anwendung eines Ginkgoextraktes als hilfreich.(7)

Die gesundheitlich wirksamen Inhaltsstoffe im Ginkgo Biloba - Extrakt unterteilen sich in zwei Gruppen: in die Ginkgoflavonglykoside (Bioflavonoide) und in die sogenannten Terpenlactone. (3) Die Terpenlactone im Ginkgo Biloba - Extrakt werden auch Ginkgolide und Bilobalide genannt und machen ca. 6% des Extraktes aus. Die gesundheitlich positiven Eigenschaften beruhen jedoch nicht auf einem einzelnen Inhaltsstoff, sondern auf dem sich ergänzenden Zusammenspiel aller Inhaltsstoffe.

Ginkgo Biloba besitzt antioxidative und blutverdünnende Eigenschaften. Durch diese beiden Wirkungen kann Ginkgo Biloba das Risiko der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen und Arteriosklerose vermindern und die Durchblutung des Gehirns und des Zentralnervensystems fördern.(3) Zudem kann Ginkgo bei der Behandlung von Krampfadern zur Vermeidung einer Blutverklumpung (Thrombose) und Schlaganfällen angewendet werden.(1) Auch bei Kopfschmerzen und Tinnitus (=Ohrgeräusche) kann Ginkgo eine Linderung erzielen.
Aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften ist Ginkgo ein guter Radikalfänger. Freie Radikale sind Stoffe, die bei Stress und falscher Ernährung vermehrt gebildet werden und Zellen schädigen können. Antioxidantien (Radikalfänger) sind in der Lage, freie Radikale unschädlich zu machen. So konnte gezeigt werden, dass Ginkgo-Extrakte nicht nur im Herz-Kreislaufsystem sondern auch im Gehirn und an der Netzhaut des Auges Ihre antioxidative Wirkung entfalten können.(6)

Ginkgo kann die Zellen des Nervensystems schützen. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Ginkgo Biloba - Extrakte hilfreich bei der Regenerierung geschädigter Nervenzellen sein können.(4) Weiterhin zeigten vier verschiedene Doppelblind-Studien, dass Ginkgo Biloba - Extrakte bei Personen im frühen Stadium der Alzheimer Krankheit hilfreich sein können.(2,5)


Rauchen, Diabetes oder Bluthochdruck? Gefahr für Ihre Augen!
Länger gut sehen mit der Kraft des Ginkgo.
Wenn Raucher ein Nachlassen ihrer Sehkraft bemerken, ist das nicht selten auf Durchblutungsstörungen im Auge zurückzuführen. Nikotin und andere Tabak-Schadstoffe können zu einer Verengung der feinen Netzhautgefäße im Augenhintergrund führen. Die Zellen werden nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und können ihre aufgaben nicht mehr erfüllen. Die Folge ist oft eine Beeinträchtigung des Sehvermögens.
Nicht nur das Rauchen, sondern auch Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes führen zu einer Mangeldurchblutung der Netzhautgefäße und dadurch oft zu einer Verschlechterung der Sehschärfe. Diabetiker leiden häufig unter der so genannten diabetischen Retinopathie. Diese durch Durchblutungsstörungen hervorgerufene Netzhauterkrankung führt jährlich allein in Deutschland bei 4.000 Diabetikern zur Erblindung.
Ginkgo Biloba verbessert die Fließfähigkeit des Blutes und fördert die Durchblutung der Netzhautgefäße. Die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Netzhaut wird optimiert und der Zellstoffwechsel verbessert.

Eine gute Durchblutung ist eines der Geheimnisse Ihrer Gesundheit
Eine funktionierende Mikrozirkulation kann viel dazu beitragen, gesund und voller Energie zu sein. Ist dieser lebenswichtige Ablauf im Körper gestört, droht häufig der gesundheitliche "Absturz".
Die geistige und körperliche Gesundheit ist zum großen Teil abhängig von der Versorgung jeder einzelnen Körperzelle mit lebensnotwendigem Sauerstoff und Nährstoffen. Dies gelingt jedoch nur, wenn die Mikrozirkulation (Blutfluss in den feine Adern) optimal funktioniert. Ist diese Mikrozirkulation gestört, etwa durch arteriosklerosebedingte Verengungen, wirkt sich das negativ auf die Gesundheit aus. Durch die Unterversorgung der Zellen können wichtige Organe wie Herz oder Gehirn in Mitleidenschaft gezogen werden. die folge: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, die Schaufensterkrankheit, aber auch Herzinfarkt und Schlaganfall können auftreten.
Ginkgo Biloba wirkt dieser Gefahr entgegen. Es sorgt dafür, dass das Blut ungehindert selbst durch Engpässe in den kleinsten Adern hindurchfließt. Die optimale Versorgung der Zellen ist somit gesichert.

Die Einnahme von Ginkgo-biloba-Extrakten schützte ältere Menschen in einer randomisierten klinischen Studie nicht vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Publikation in Cardiovascular Quality and Outcomes (2009; doi: 10.1161/CIRCOUTCOMES.109.871640) schließt aber eine protektive Wirkung gegen die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) nicht aus.

Die Hauptergebnisse der Ginkgo Evaluation of Memory Study waren bereits im letzten Jahr im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 20008; 300: 2253-2262) veröffentlicht worden. Die Hoffnungen des deutschen Herstellers des Extraktes erfüllten sich damals nicht.

Unter den 1.545 Teilnehmer, die zweimal täglich das Extrakt EGb 761 eingenommen hatten, kam es nach 6,1 jährigen Studiendauer nicht seltener zu Alzheimer-Demenzen als unter den 1.524 Teilnehmern, die Placebos erhalten hatten. Auch in einer Untergruppe von Patienten mit der möglichen Alzheimervorstufe MCI (mild cognitive impairment) gab es keine protektive Wirkung.

Ginkgo biloba schützt Mitochondrien vor oxidativem Stress
Standardisiert Ginkgo-Biloba-Extrakte schützen die Mitochondrien vor schädlichen Sauerstoffverbindungen. Darauf deuten präklinische Studien hin. Bedeutsam ist dies, weil auch beim physiologischen Alterungsprozesses der oxidative Stress in den Mitochondrien zunimmt. So sammeln sich vermehrt reaktive Sauerstoffverbindungen in den Zellen an. Nach aktuellen Studiendaten liegt bei Alzheimer-Patienten ein Enzymmangel in den Mitochondrien vor, der den Überschuss an reaktiven Sauerstoffverbindungen weiter verstärkt. Die Folgen sind eine verminderte Produktion des Energieträgers ATP - ein Funktionsverlust, der die Bildung toxischer Beta-Amyloid-Proteine und schließlich die Apoptose der Neuronen begünstigt.
In Zellkultur-Versuchen mit Ginkgo-Biloba-Extrakt ließ sich die mitochondriale ATP-Ausbeute unter oxidativem Stress verbessern, teilt das Unternehmen Dr. Willmar Schwabe mit. Dabei war eine vermehrte Bereitstellung von ATP nachzuweisen, unabhängig davon, ob das Ginkgo-Biloba-Präparat vor oder nach der Exposition mit reaktiven Sauerstoffverbindungen hinzugefügt wurde.
Dass der Extrakt möglicherweise auch den Übergang zu einer Demenz verzögert - dafür liefert jetzt die GuidAge Studie Hinweise (wir berichteten). In der Untersuchung mit 2850 älteren Menschen war die Demenzrate bei Teilnehmern, die vier Jahre mit dem Ginkgo-Extrakt behandelt worden waren, signifikant geringer als mit Placebo.
Quelle: Ärztezeitung 10.11.2010


Quellen:
(1) Henrahan, C.: Ginkgo biloba. In: Gale encyclopedia of alternative medicine. Gale Group, 2001.
(2) Anonym: Ginkgo: The end of alzheimer´s disease? In: Psychology Today, March 2000
(3) Drieu, K.: Preparation and definition of Ginkgo biloba extract. In: Rokan (Ginkgo biloba): Recent Results in pharma-cology and Clinic, ed. EW. Fünfgeld. Berlin: Springer-Verlag, S. 32-6
(4) Bruno, C.; et al.: Regeneration of motor nerves in bilobalide-treated rats. Planta Medica 1993; (59): p. 302-7
(5) Maurer, K.; et al.: Clinical efficacy of Ginkgo biloba special extract EGb 761 in dementia of the Alzheimer type. J Psy-chiatr Res, 1997: (31): p. 645-55
(6) Ferrandini, C.; et al.: Ginkgo biloba extract (EGb 761) as a free radical scavenger. Paris: Elsevier, 1993
(7) Schubert, H., et al.: Depressive episode primarily unresponsive to therapy in elderly patients: Efficacy of Ginkgo biloba extract (EGb 761) in combination with antidepressants. Geriatr Forsch, 1993; (3): p. 45-53


Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.
Aktualisiert ( Mittwoch, 10. November 2010 um 13:24 )  

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Schlagzeilen

Ein neuer Wirkstoff gegen Krebs tarnt sich als Vitamin B12, um unerkannt in Tumorzellen zu gelangen. In Tests an Hunden hat er sich bereits bewährt: Amerikanische Forscher beobachteten, dass Tumoren bei täglicher Verabreichung der Nitrosylcobalamin (NO-Cbl) genannten Substanz innerhalb weniger Monate erheblich schrumpften. Das neue Mittel macht Krebszellen zudem empfänglicher für andere Antitumormedikamente und verursacht nahezu keine Nebenwirkungen, versprechen die Wissenschaftler. Nach den positiven Ergebnissen bei den Tieren wolle man das Mittel nun möglichst bald beim Menschen testen, berichten Joseph Bauer und seine Kollegen.