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Wirkstoffe A - C

Artischocke

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Die   Artischocke wurde erstmals bei Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) erwähnt. Dieser war ein griechischer Arzt, der als Militärarzt unter den Kaisern Claudius und Nero im römischen Dienst stand. Er ist der berühmteste Pharmakologe des Altertums. Interessant ist die Indikation, die Dioskurides nennt. Die Artischocke soll üblen Geruch der Achseln und des ganzen Körpers beseitigen, wobei sie sowohl äußerlich als auch innerlich als Trank in Wein gekocht genommen werden kann. Sie bewirke, dass reichlich übel riechender Harn ausgeschieden wird.

Um 790 n. Chr. befiehlt Karl der Große den königlichen Krongütern den Anbau der Artischocke. Nach der Karolingerzeit scheint die Pflanze aus dem Bewusstsein Westeuropas verschwunden zu sein. Über Jahrhunderte hören wir nichts von ihr, vermutlich deshalb, weil der Anbau nördlich der Alpen zunächst nicht gelang. Erst die Araber brachten die Artischocke auf die Iberische Halbinsel. Von dort kam sie dann in weitere Länder Westeuropas.

Die Artischocke war im 15. Jahrhundert beim Adel als Delikatesse und Aphrodisiakum sehr beliebt. Sie hat seit jeher den Ruf, bei Verzehr eine kräftigende und Lust fördernde Wirkung zu erzielen. Schon optisch bietet dieses Gemüse einen erotischen Anblick. Sieht es nicht aus wie eine geheimnisvolle Frucht mit verborgenem kostbarem Inhalt, die Stück für Stück entblättert werden will?

Ab dem 16. Jahrhundert findet man auch Leberbeschwerden als Indikation. Hieronymus Bock (1498-1554) schrieb über die Artischocke, dass sie den Harn treibe und zur Stärkung der Schwachen diene. Der Sud aus der Abkochung der Wurzel in Wein soll unangenehmen Körpergeruch beseitigen und stinkenden Harn austreiben, außerdem die "verstopfte" Leber und Niere reinigen und bei Gelb- und Wassersucht helfen. Die Wurzel und die Artischockenböden gelten als Aphrodisiakum, wenn sie mit Salz und Pfeffer gegessen werden.

Mit dem Beginn der modernen Pharmazie und Medizin zu Anfang des 19. Jahrhunderts verschwindet die Pflanze wiederum aus dem Arzneischatz der Phytotherapie, um erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder entdeckt zu werden.

In der Gegenwart belegen wissenschaftliche Studien, dass Extrakte aus Artischockenblättern hauptsächlich Leberzellen vor der Schädigung durch Freie Radikale schützen können. Außerdem hemmen sie die körpereigene Produktion von Cholesterin und regen den Gallenfluss an. Artischockenextrakte wirken wegen ihren entgiftenden, antioxidativen und regenerationsfördernden Eigenschaften positiv auf die Leber. Fettes Essen wird durch den Verzehr von Artischocken besser verdaut.
In der Volksheilkunde findet die Artischocke Verwendung bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl sowie bei Übelkeit und auch in der Rekonvaleszenz. Außerdem wirkt die Artischocke Harn treibend.
  • für eine gute Kondition der Blutgefäße
  • Schutz der Leber und Förderung der Leberfunktion
  • für eine gesunde Verdauung
 

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