Botanischer Name: Curcuma longa
Chinesischer Name: Jiang Huang
Deutscher Name: Kurkuma, Gelbwurz
Pharmazeutischer Name: Curcuma longa
Englischer Name Curcuma, Turmerik
Nutzbare Pflanzenteile: Wurzel
Curcuma kommt ursprünglich aus Indien und wird im Ayurveda (= indische Heilkunst) traditionell bei rheumatischen Erkrankungen, aber auch bei Verdauungsstörungen angewendet.
Der gesundheitlich aktive Inhaltsstoff ist das so genannte Curcumin, ein sekundärer Pflanzenstoff, der bereits in Studien verschiedene gesundheitlich positive Wirkungen gezeigt hat.
Curcumin ist ein starkes Antioxidanz. Antioxidantien sind Stoffe, die so genannte freie Radikale, also Stoffe, die durch eine falsche Ernährung oder Stress gebildet werden und Zellen schädigen, un-schädlich machen können.
Curcumin soll außerdem in der Lage sein, den Histamin-Spiegel zu senken und so Entzündungen einzudämmen. Ein erhöhter Histamin-Spiegel liegt meist bei allergischen Reaktionen vor.
Curcumin enthält außerdem verschiedene Bitterstoffe, die die Gallenproduktion anregen, die Fettverdauung erleichtern und so die Leber entlasten.
Zudem hat Curcumin Blutverdünnende Eigenschaften, die eine Thrombose (= Blutverklumpung) verhindern. Dadurch wird die Durchblutung erleichtert und das Entstehungsrisiko einer Arteriosklerose (= Ablagerungen in den Arterien, deren Folge ein Herzinfarkt sein kann) gemindert. Außerdem konnte in Tierstudien gezeigt werden, dass Curcumin antikanzerogene Eigenschaften besitzt, also in der Lage ist, das Tumorwachstum zu hemmen.
In einer weiteren Studie an Patienten mit Rheumatoider Arthritis konnte festgestellt werden, dass Curcuma-Extrakte Gelenksentzündungen und Symptome, wie beispielsweise Steifheit und Gelenkschmerzen, vermindern kann. In einer doppelblinden Studie konnte außerdem gezeigt werden, dass Curcumin auch hilfreich bei Menschen mit Verdauungsstörungen sein kann. So wurde in einer chinesischen Studie festgestellt, dass Tumeric in der Lage ist, den Blut-Cholesterin-Spiegel zu senken. Erhöhte Cholesterin-Spiegel gelten als ein Hauptrisikofaktor für die Bildung von Cholesterin-Ablagerungen in den Arterien und somit für die Entstehung einer Arteriosklerose bzw. eines Herzinfarktes.
Nach jüngster Erkenntnis von Forschern in den USA und Kanada hilft das in Curcuma enthaltenen Curcumin bei Mäusen auch, das schwere erbliche Lungenleiden Mukoviszidose (zystische Fibrose) unter Kontrolle zu bekommen. Das Ergebnis der Studie ist im Wissenschaftsjournal «Science» (Bd. 304, S. 600) veröffentlicht.
Aus finnischen Studien ist Kurkuma unter anderem als viel versprechendes Mittel gegen Leberschäden durch Alkohol und zur Vorbeugung gegen Grünen Star bekannt. Curcumin bremste im Tierversuch auch das Wachstum von Prostata- und Brustkrebstumoren.
Eine Studie mit deutete darauf hin, dass Curcuma Darmpolypen zurückdrängen und damit Darmkrebs vorbeugen kann. Bei Patienten mit familiärer adenomatösen Polyposis (Bei dieser Erbkrankheit bilden sich Hunderte von Polypen im Darm. Unbehandelt entwickelt sich Darmkrebs. ) ging die Zahl der Polypen durch die Einnahme von Curcumin um 60 Prozent zurück. Die Größe der verbliebenen Polypen reduzierte sich im Schnitt um 50 Prozent, berichten US-Forscher online in der Zeitschrift "Clinical Gastroenterology and Hepatology".
Der Farbstoff Curcumin, der dem Gewürz Kurkuma seine gelbe Farbe verleiht, festigt die Zellmembranen und erhöht damit ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern. Das haben amerikanische Forscher herausgefunden. Die Curcuminmoleküle bauen sich demnach in die Zellmembranen ein und stabilisieren diese, berichten die Wissenschaftler um Ayyalusamy Ramamoorthy von der Universität Michigan in Ann Arbor.
Zahlreiche Studien belegen die vielfältige Wirkung des Farbstoffes Curcumin: Er wirkt unter anderem antimikrobiell, senkt den Cholesterinspiegel, wirkt Entzündungen entgegen und beugt Krebs vor. Bislang war jedoch unklar, wie genau das Curcumin seine Wirkung entfaltet. Wissenschaftler hatten sich lange Zeit gewundert, weshalb es selbst solche Proteine beeinflusst, die gar keine spezifischen Rezeptoren für Curcumin besitzen.
Das fanden die Forscher nun mit Hilfe der sogenannten Kernresonanzspektroskopie (NMR) heraus. Mit einem NMR-Spektrometer ist es möglich, einzelne Atome und deren Wechselwirkungen mit benachbarten Atomen zu beobachten. Dabei bestätigte sich die Vermutung der Wissenschaftler: Das Curcumin beeinflusst die physikalischen Eigenschaften der Zellmembran, indem es sich in die Doppellipidschichten hineinschiebt. Im Gegensatz zu gesunden Zellen wirkt Curcumin auf Krebszellen jedoch nicht stabilisierend, sondern schädigt sie, indem es die Membranen durchlässiger macht.
Kurkumapulver ist nicht nur als Gewürz in der indischen und asiatischen Küche sehr beliebt, wo es unter anderem Bestandteil zahlreicher Currymischungen ist. Es wird darüber hinaus auch in der traditionellen chinesischen und indischen Medizin als Heilmittel verwendet. In den Veden, den heiligen Schriften des Hinduismus, wird es bereits vor 4.000 Jahren als Heilmittel erwähnt und gilt als heilig.
Ayyalusamy Ramamoorthy (Universität Michigan, Ann Arbor) et al.: Journal of the American Chemical Society, Bd. 131, S. 4490, doi: 10.1021/ja809217u
Curry ist nicht nur für den Magen bekömmlich, sein Inhaltsstoff Curcumin entwickelte in einer Studie im British Journal of Cancer (2009; 101: 1585-1595) auch eine Wirkung gegen Zellen des Ösophaguskarzinoms.
Curcumin verleiht dem Curry (und als Lebensmittelzusatzstoff E 100 auch vielen Fertigprodukten) seine gelbe Farbe. Nicht nur in der indischen Küche ist das Gewürz gefragt. Auch die medizinische Forschung interessiert sich für den Naturstoff.
Nachdem er als Mittel zur Wundheilung und gegen Morbus Alzheimer im Gespräch war, gibt es Hinweise, dass Curcumin auch Krebszellen abtöten könnte. Sharon McKenna vom Cork Cancer Research Centre in Irland hat die Zellen des Ösophaguskarzinoms mit Curcumin versetzt.
Innerhalb eines Tages kam es zum Absterben der Zellen, was die Forscher auf einen in der Krebsforschung derzeit sehr attraktiven Wirkmechanismus zurückführen. Curcumin scheint das Ubiquitin-Proteasom-System der Krebszellen zu stören.
Über diesen Stoffwechselweg entsorgen Zellen "verbrauchte" Proteine. Eine Störung hat nach kurzer Zeit eine Akkumulation von Schadstoffen und den Tod der Zellen zur Folge. Proteasom-Inhibitoren gelten als vielversprechender Ansatz in der Krebstherapie. Der erste zugelassene Wirkstoff ist Bortezomib, das zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt wird.
Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.






