Bereits die amerikanischen Ureinwohner verzehrten das Gewürz Der Cayenne-Pfeffer enthält mit seinen Carotinoiden und den Vitaminen A und C wertvolle antioxidative Substanzen. Der interessanteste Stoff ist jedoch das Capsaicin, das zu etwa 1,5 % im Cayenne-Pfeffer enthalten ist und diesem auch seine Schärfe gibt. Capsaicin kann die Bildung von Endorphinen anregen, den körpereigenen "Glückshormonen". Endorphine sorgen für mehr Wohlbehagen. Neben blutverdünnenden Effekten besitzt das Gewürz auch sog. thermogenische (wärmebildende) Eigenschaften, das bedeutet, dass es den Stoffwechsel so auf Touren bringen kann, dass mehr Kalorien verbrannt werden können.
Cayenne wird traditionell seit Jahrhunderten zur Behandlung unterschiedlicher Beschwerden eingesetzt. Insbesondere bei Unpässlichkeiten des Magen-Darm-Trakts wie Bauchschmerzen, krampfartige Schmerzen und Blähungen, findet es Verwendung. Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde und wird Cayenne gerne zur Verbesserung der Durchblutung eingesetzt. Bei oberflächlicher Anwendung hilft Cayenne bei rheumatischen und arthritischen Beschwerden.
Bei japanischen Frauen wurde in einer Doppelblindstudie gezeigt, dass der Verzehr von 10 g Cayennepfeffer täglich zu einer Abnahme des Appetits führte. In einer anderen Untersuchung beobachtete man eine Steigerung der Verstoffwechslung der mit der Nahrung aufgenommenen Fette. Aufgrund dieser Eigenschaften kann es auch zur Unterstützung einer Diät zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden.
Der Chiliwirkstoff Capsaicin brennt nicht nur wie Feuer - er kann auch helfen, überflüssige Pfunde loszuwerden. Das berichten Forscher im "Journal of Proteome Research" (DOI: 10.1021/pr901175w).
Das Team um Jeong In Joo von der Daegu University in Korea beobachtete die Wirkung von Chili an jungen Ratten. Dazu teilten sie die Labornager in drei Gruppen auf: Die erste bekam fettreiches Futter und erhielt zusätzlich Capsaicin. Die zweite Gruppe erhielt ebenso reichhaltige Mahlzeiten, allerdings ohne zusätzliche Chiliwirkstoff. Ein dritte Gruppe von Kontrollratten wurde mit normaler Kost gefüttert.
Das Ergebnis: Die Capsaicin-Ratten verloren im Vergleich zu ihren ebenfalls gemästeten Artgenossen acht Prozent an Gewicht. Besonders die Menge des weißen Fettgewebes war bei ihnen deutlich geringer als bei den Nagern ohne Capsaicin-Unterstützung. Das weiße Fettgewebe produziert zahlreiche Botenstoffe, die den Stoffwechsel beeinflussen. Große Mengen davon gelten als Hauptauslöser für verschiedene Erkrankungen, vor allem Diabetes.
Als die Forscher das Fettgewebe der Mäuse unter dem Mikroskop untersuchten, konnten sie überdies feststellen, dass die Fetttröpfchen in den Fettzellen der Caspaicin-Ratten deutlich kleiner waren als in denen ihrer dicken Artgenossen. Überdies hatte sich der Anteil verschiedener Schlüsselproteine im Fettgewebe so verändert, dass sie die Fettverbrennung ankurbelten. "Das zeigt, das Capsaicin die Fettanreicherung signifikant hemmt", schreiben die Forscher.
Gut für den BlutdruckDer Chili-Scharfmacher Capsaicin hat eine entspannende Wirkung auf die Blutgefäße und senkt dadurch den Blutdruck. Das haben chinesische Forscher an Laborratten gezeigt, die unter chronischem Bluthochdruck litten. Die kontinuierliche Aufnahme von Capsaicin über die Ernährung führte bei den Versuchstieren zu einer vermehrten Ausschüttung von Stickstoffmonoxid. Dieser Botenstoff führt zur Entspannung der Blutgefäße, erklären die Wissenschaftler das Wirkprinzip des scharfen Inhaltsstoffs der Chilischote. Einen Hinweis darauf, dass Capsaicin auch beim Menschen den Blutdruck senkt, sehen die Wissenschaftler in der geringeren Verbreitung von Bluthochdruck bei Bevölkerungsgruppen mit hohem Konsum von Chilis.
Frühere Studien deuteten bereits auf eine kurzfristige blutdrucksenkende Wirkung des Capsaicins hin. Die Forscher konnten diesen Zusammenhang jetzt in einer Langzeitstudie bestätigen, bei der die Versuchstiere über einen Zeitraum von sieben Monaten kontinuierlich Capsaicin zu sich nahmen. Die eingesetzten Ratten stammten aus einer speziellen Zuchtlinie mit chronischem Bluthochdruck. Die capsaicinreiche Diät führte bei ihnen zu deutlich besseren Blutdruckwerten im Vergleich zur Normalkost bei den unbehandelten Versuchstieren. Der niedrigere Blutdruck ging dabei mit erhöhten Werten von Stickstoffmonoxid in den Blutgefäßen der behandelten Ratten einher – einem Wirkstoff, dessen Bedeutung für die Funktion der Blutzirkulation bereits lange bekannt ist.
Die konkrete Wirkung von Capsaicin auf den Blutdruck des Menschen soll jetzt das nächste Ziel der Forschung sein, so die Wissenschaftler. Ihnen zufolge gibt es für den positiven Effekt eines hohen Chilikonsums allerdings schon jetzt Hinweise: In Regionen Chinas, in denen die Bevölkerung ihre Speisen traditionell stark mit Chili würzt, neigen nur etwa 10 bis14 Prozent zu Bluthochdruck im Vergleich zu 20 Prozent in Bevölkerungsgruppen mit geringerem Chilikonsum. Für Menschen, die nicht so gerne scharf essen, gibt es laut den Forschern auch milde Chilisorten, die einen dem Capsaicin ähnlichen Wirkstoff enthalten. Dieser soll die gleichen positiven Eigenschaften haben, aber nicht so scharf schmecken.
Zhiming Zhu (Military Medical University, Chongqing, China) et al.: Cell Metabolism, Onlinevorabveröffentlichung 2010Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.