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Wirkstoffe A - C

B12 (Cobalamin)

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Das Energiebündel für müde Menschen, für mehr Lebensfreude

Das mit Abstand erstaunlichste Vitamin ist das Vitamin B-12 (Cobalamin). Selbst herstellen kann es unser Körper nicht. Es ist das einzige B-Vitamin, das trotz seiner Wasserlöslichkeit vom menschlichen Körper gespeichert werden kann; und zwar in der Leber. Cobalamin wird durch Mikroorganismen im tierischen Organismus gebildet. Es kommt somit fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor.
Vitamin B-12 ist hitzeempfindlich, so dass erhebliche Mengen bei der Zubereitung von Speisen verloren gehen können. Beispielsweise verliert die Milch 30% ihres Vitamin B-12-Gehaltes, wenn sie zwei Minuten lang gekocht wird.

Die Aufnahme des Vitamins aus der Nahrung erfolgt im Darm nur mit Hilfe eines speziellen Eiweißmoleküls (sogenannter Intrinsic Faktor). Dieses Eiweiß wird von der Magenschleimhaut gebildet und bindet das Vitamin, wodurch es vor der Zerstörung im nachfolgenden Zwölffingerdarm geschützt wird. Die tatsächliche Aufnahme dieses Komplexes aus Vitamin und Eiweiß erfolgt im letzten Abschnitt des Dünndarms. Die Darmzellen besitzen dort dafür notwendige spezielle oberflächliche Bindungsstellen. Das heißt, die Aufnahme von B-12 aus der ganz normalen Nahrung ist an eine funktionierende Magenschleimhaut gebunden.

B-12 spielt eine wichtige Rolle innerhalb der Blutbildung und beim Abbau von bestimmten Fettsäuren. Ein Mangel wirkt sich zuerst auf die Bildung der roten Blutkörperchen aus. Die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) sind in ihrer Anzahl im Blut vermindert, erscheinen zu groß und enthalten pro Zelle mehr Hämoglobin. Wir finden also weniger Blutzellen, die dafür dick und fett sind. Der Gesamt-Hämoglobin-Gehalt im Blut ist allerdings geringer als normal.

B-12 ist notwendig für die Synthese von Myelin, der schützenden Schicht für viele periphere Nervenstränge, des Rückenmarks und des Gehirns.
Zusammen mit Folsäure ist Vitamin B-12 wichtig für die Synthese der DNS (Erbsubstanz) als Träger der genetischen Information. Die Vermehrung einer Zelle setzt die Vermehrung der DNS voraus. Mangelt es am nötigen B-12, kommt es zu einer Störung der Zellteilung. Die Zellen können sich weniger oft teilen und es kommt zur Bildung sehr großer roter Blutkörperchen und Vorläuferzellen. Diese großen Zellen unterliegen bereits im Knochenmark einem erhöhten Abbau. In weiterer Folge kommt es auch zu einer Beeinträchtigung der Bildung weißer Blutzellen und Blutplättchen.

B-12 wird auch als Fruchtbarkeitsvitamin bezeichnet, denn eine gute B12-Versorgung ist wichtig für die Spermienzahl. Frauen, die gut mit B12 versorgt sind, haben gute Voraussetzungen für einen regelmäßigen Eisprung bzw. die Entwicklung einer befruchteten Eizelle, denn B12 spielt eine Schlüsselrolle in der Entwicklung von Gewebe.

Mit Folsäure und Vitamin B6 zusammen kontrolliert B-12 den Homocystein-Spiegel. Ein erhöhter Homocystein-Spiegel wird in Zusammenhang gebracht mit Herzerkrankungen, Schlaganfall, Osteoporose und Alzheimer-Erkrankung.
Ein Mangel an Vitamin B-12 äußert sich in Müdigkeit, Nervosität, Depressionen, Taubheitsgefühl in Armen und Beinen, Gehbeschwerden, Stottern, Mundentzündungen, Mundgeruch sowie Menstruationsbeschwerden. Besonders häufig kommt es zu Depressionen infolge einer Unterversorgung. So konnte bei einigen Menschen mit psychischen Problemen ein Mangel an Vitamin B-12 als Ursache festgestellt werden. Auch ältere Frauen haben einer Studie zufolge bei einem Vitamin B-12 Mangel ein doppelt so hohes Risiko an einer Depression zu erkranken.

Vitamin B 12 ist notwendig für:
- die Bildung der roten Blutzellen
- den Aufbau und die Funktion von Gehirn und Nervenzellen
- zur Unterstützung von Zellwachstum, Zellreifung und Zellteilung
- zur Regulation des Eiweiß- und Energiestoffwechsels
- zur Prävention arteriosklerotischer und neurologischer Erkrankungen

In amerikanischen Vorstudien wurde festgestellt, dass 47% der Menschen mit Tinnitus einen erheblichen Mangel an Vitamin B-12 hatten. Ebenso wurde in einer Studie mit Frauen in der Menopause festgestellt, dass diejenigen, die nur sehr wenig Vitamin B-12 zu sich nahmen, ein höheres Risiko hatten, an Brustkrebs zu erkranken.

B-12 Mangel lässt das Gehirn schrumpfen. Eine Studie der University of Oxford hat nachgewiesen, dass ältere Menschen mit einem unterdurchschnittlichen B-12-Wert sechsmal eher an einer Schrumpfung des Gehirns leiden als die mit normalen B-12-Konzentrationen. An der Studie nahmen 107 gesunde Freiwillige im Alter von 61 bis 87 Jahren teil, die über fünf Jahre begleitet wurden. Die Studienteilnehmer wurden entsprechend ihrer B-12-Werte in drei Gruppen aufgeteilt, wobei keiner der Studienteilnehmer einen labormedizinischen B-12-Mangel hatte.
Die Studienteilnehmer mit den niedrigsten B-12-Konzentrationen zeigten am ehesten Anzeichen einer Hirnschrumpfung, die kernspintomographisch nachgewiesen wurde. Die Studie wurde am 8. September 2008 in der Zeitschrift Neurology publiziert.

Ein geringer Vitamin-B12-Status ist offenbar tatsächlich ein Risikofaktor für den Verlust von Nervenzellen im Gehirn und möglicherweise für Veränderungen in der weißen Substanz im ZNS, was zu kognitiven Einbußen führt.
Das bestätigt eine Studie US-amerikanischer Neurologen, an der 121 Senioren über 65 teilgenommen hatten (Neurology 2011; 77:1276-1282).
Folge des Vitamin-B12-Mangels ist eine Anreicherung von Methylmalonsäure (MMA). Die Wissenschaftler vermuten, dass MMA durch die mit einem MRT gemessene Reduktion des Gesamthirnvolumens die kognitiven Fähigkeiten verringert.

Vitamin-B12-Werte stehen in einem Zusammenhang mit dem Risiko an Alzheimer zu erkranken. Die Beweise für diese These mehren sich. Eine Studie des Karolinska Institutet http://ki.se ist zu dem Ergebnis gekommen, dass hohe Werte dieses Vitamins mit einem geringen Risiko in Verbindung stehen. An der Studie nahmen 271 Finnen teil. Bei jenen Personen, die über die höchsten Werte verfügten, war die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung am geringsten.
Details der Studie wurden in Neurology http://www.neurology.org veröffentlicht.

Einen Nutzen von zusätzlicher Vitamin B-12-Supplementation bei Aphten im Mund konnten jetzt Wissenschaftler aus der Türkei nachweisen. Dies galt auch dann, wenn die Vitamin B-12-Konzentrationen bereits im Normalbereich lagen. Die Studie zeigte, dass höhere Vitamin B-12-Konzentrationen einen Schleimhautschutz darstellen.
Bei Vitamin B-12-Mangel kann es im Mund zur Moeller-Hunter-Glossitis kommen. Die Krankheit macht sich bemerkbar durch heftiges, zunächst anfallsweises Zungenbrennen, welches Sprechen, Kauen und Zungenbewegungen fast unmöglich werden lässt. Die Zunge schwillt an, zeigt eine blasse Farbe mit verstreuten feuerroten Flecken oder Streifen sowie verlängerte, verdickte Fadenpapillen.

Anzeichen, die auf einen Vitamin B 12-Mangel hinweisen können, sind oft unspezifische Symptome von körperlicher und geistiger Erschöpfung wie:
- leichte Ermüdbarkeit
- Abgeschlagenheit
- Antriebsschwäche
- Lustlosigkeit
- Blässe
- Nervosität
- gesteigerte Reizbarkeit
- nachlassende Merkfähigkeit
- Konzentrationsschwäche

Wer sollte Vitamin B-12 zu sich nehmen und wer hat einen erhöhten Bedarf?

  • Vegetarier, denn pflanzliche Lebensmittel enthalten kein Vitamin B-12
  • Menschen ab ca. 60 Jahren wegen Zellschwäche der Magenwand durch verminderte Nährstoffaufnahme
  • Schwangere und Stillende nach Rücksprache mit dem Arzt
  • Personen mit Lebererkrankungen (wenn die Speicherkraft der Leber nicht mehr gegeben ist)
  • Personen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes (Morbus Crohn, chronische Enteritis und Diarrhoe, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse)
  • Alkoholiker, da Magenwände und Leber geschädigt sind
  • Raucher, weil die Verstoffwechselung von B-12 beeinträchtigt ist
  • Personen, die Medikamente (u.a. Pille), cholesterinsenkende Mittel, Magensäure-Hemmer, Antibiotika, Rheumamittel und Antidiabetika) einnehmen
  • Personen mit Blutarmut, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Empfindungsstörungen (Kribbeln und Taubheit an den Zehen) aufgrund eines B-12-Mangels (z.B. Perniziöser Anämie)
  • Menschen mit Durchfall u. Schleimhautentzündungen (gestörte Nährstoff-Aufnahme)

Besonders gut aufgenommen wird B-12, wenn es sublingual (unter der Zunge) oder als Injektion verabreicht wird. Die sublinguale Form empfiehlt sich besonders bei Personen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, weil diese auf Grund ihrer Krankheit nicht in der Lage sind, Vitamin B-12 auf natürlichem Weg aufzunehmen.

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Quellenverzeichnis:
Vitamin B12 key to aging brain; Medline Plus, 08.09.2008
Burgersteins Handbuch der Nährstoffe, Haug Verlag, ISBN 3-8304-2017-X, Vitamine und Mineralstoffe, AID Verbraucherdienst, 3207/1993, Muntermacher Wellness von Innen & Co, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Umschau/Braus, ISBN 3-8295-7114-3, Fit durch Vitamine, Klaus Oberbeil, Südwest-Verlag, ISBN 3-517-01422-2,
Shemesh Z, Attias J, Ornan M, et al. Vitamin B12 deficiency in patients with chronic-tinnitus and noise-induced hearing loss. Am J Otolaryngol 1993;14:94–9, Wu K, Helzlsouer KJ, Comstock GW, et al. A prospective study on folate, B12, and pyridoxal 5’-phosphate (B6) and breast cancer. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 1999;8:209–17.
Werbach :R. Foundations of Nutrional Medicine. Third Line Press. Tarzana, California 1997

Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.
Aktualisiert ( Freitag, 30. September 2011 um 09:52 )  

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