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Traubenkernextrakt treibt Krebszellen zum Rückzug

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Laborversuche zeigen vielversprechende Wirkung von Traubenkernextrakt

Ein Extrakt aus Traubenkernen kann Leukämiezellen dazu bringen, sich selbst zu zerstören. Das haben US-Wissenschaftler in Labortests herausgefunden. Nach 24 Stunden hatten drei Viertel der mit dem Extrakt behandelten Zellen ihr Programm zum kontrollierten Zelltod aktiviert und waren abgestorben. Ob Traubenkerne jedoch auch bei Krebspatienten als wirkungsvolles Mittel bei Leukämie und anderen Blutkrebsarten eingesetzt werden könnten, müssten erst weitere Tests zeigen, sagen die Forscher um Xianglin Shi von der Universität von Kentucky in Lexington.

Die Forscher verwendeten für ihre Studie einen kommerziell erhältlichen Extrakt aus Traubenkernen, mit dem sie in unterschiedlichen Dosen Leukämiezellen behandelten. In höheren Konzentrationen zeigte sich, dass der Extrakt bei einem Großteil der Zellen die Apoptose, den programmierten Zelltod auslöste. Der Extrakt aktiviert in den Zellen ein Eiweiß namens JNK, das dieses Selbstmordprogramm steuert, erklären die Forscher. Bei gewöhnlichen, gesunden Zellen kam es hingegen nicht zum kontrollierten Zelltod – warum, wissen die Wissenschaftler noch nicht.

Die Ergebnisse seien vielversprechend für die Suche nach einer wirkungsvollen Substanz zur Vorbeugung und Behandlung von Krebs, erklärt Studienleiter Shi. "Jeder sucht nach einer Substanz, die auf Krebszellen wirkt, gewöhnliche Zellen jedoch unbehelligt lässt", erläutert der Wissenschaftler. Traubenkernextrakt scheine in diese Kategorie zu fallen. Von einer klinischen Anwendung sei man jedoch noch weit entfernt, betont Shi. Auch könne man aus den Ergebnissen noch nicht folgern, Trauben oder Traubenkerne seien ein effizientes Mittel gegen Krebs.

Traubenkernextrakt hat in Laborversuchen bereits bei anderen Krebszellen eine zerstörerische Wirkung gezeigt. Erprobt wurde er unter anderem bei Haut-, Brust-, Darm- und Lungenkrebs. Dass er auch bei Blutkrebs erfolgreich eingesetzt werden könnte, war bisher nicht bekannt.


Xianglin Shi (Universität von Kentucky, Lexington) et al.: Clinical Cancer Research (1. Januar 2009)

Aktualisiert ( Mittwoch, 21. Januar 2009 um 07:54 )  

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