Vitamin D kann vor Krebs schützen. Darauf weist Edward Giovannucci von der Harvard Universität in einem Übersichtsartikel hin.
Bereits in den 1980er Jahren kam die Hypothese auf, dass Vitamin D könne vor Krebs schützen kann. Diese Annahme gründete auf der Tatsache, dass Sonnenexposition die Vitamin-D-Spiegel erhöht und ein ständiger Aufenthalt in sonnenarmen Gebieten mit einer erhöhten Rate bestimmter Krebsarten einhergeht.
Giovannucci fasst noch einmal die Ergebnisse der Harvard-Kohortenstudien zusammen, die neben zahlreichen Fragestellungen auch der Vitamin-D-Hypothese nachgingen. Es handelt sich dabei um die Nurses' Health Studie, die Health Professionals Follow-Up Stude und die Physicians' Health Studie. Analysiert wurde, ob Plasmaspiegel und Aufnahme des Vitamins mit Nahrung oder Supplementen die Inzidenz maligner Tumoren beeinflussen.
Die Ergebnisse legen einen inversen Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Aufnahme bzw. dem Vitamin-D-Spiegel und dem Risiko für Darmkrebs nahe.
In der Nurses' Health fand sich außerdem ein um rund 30 Prozent reduziertes Brustkrebsrisiko, wenn man die höchsten und niedrigsten Vitamin-D-Plasmaspiegel miteinander verglich.
Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ging die Aufnahme von Vitamin D darüber hinaus mit einem erniedrigten Risiko für Bauchspeicheldrüsen-Krebs einher: Das relative Risiko betrug 0,59 bei täglicher Aufnahme von mindestens 600 IE, verglichen mit weniger als 150 IE.
Ein niedriger Vitamin-D-Speigel wird außerdem für die generell erhöhte Tumorrate und Krebsmortalität bei Afroamerikanern mitverantwortlich gemacht: Die starke Hautpigmentierung blockiert die UV-induzierte Vitamin-D-Produktion und sorgt so bei diesen Menschen für ausgesprochen niedrige Plasmaspiegel.
Giovannucci fordert nun weitere Studien, um die genaueren Zusammenhänge aufzudecken.
Dr. Johannes Weiß / Quelle: Ann Epidemiol 19 (2009) 84–88






