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Comeback der Rachitis?

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Besorgnis erregende Zahlen kommen derzeit aus den USA. Dort ergab eine aktuelle Studie, dass bereits mehr als ein Drittel der Kinder klinisch eine verminderte Knochendichte aufweisen. Einige Bundesstaaten in den USA haben kürzlich über ein wieder Auftreten der Rachitis berichtet. Doch Zahlen belegen, dass dies kein alleiniges Problem der USA ist.
Was im Kindesalter Rachitis verursacht, kann im Erwachsenenalter zu Osteomalazie führen. Bei beiden Erkrankungen handelt es sich um eine Mineralisationsstörung des Knochens infolge eines Mangels an Vitamin D beziehungsweise seiner Vorstufen. Im Unterschied zur Osteoporose nimmt die Substanz der Knochenmatrix (Baugerüsts des Knochens) bei der Osteomalazieund der Rachitis nicht ab, sondern es wird zu wenig Kalzium und Phosphat in die Matrix eingelagert.

Dadurch verliert das Skelett an Stabilität, der Knochen wird weich und biegsam. Bei der Rachitis kommt es zusätzlich zu einer verzögerten Verkalkung der knorpeligen Skelettanteile. Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zog die Rachitis fast wie eine Seuche durch die Großstädte Europas und der Vereinigten Staaten.  In englischen Bergbaumetropolen waren teilweise 90 Prozent aller Kinder an Knochenerweichung erkrankt. Nach langem Rätselraten fanden die Ärzte endlich den Grund: Durch die rasante Bautätigkeit und die wachsende Umweltverschmutzung hatten sich die Lebensumstände im Zeitalter der Industrialisierung stark verändert. Die Kinder spielten nicht mehr auf der Wiese im Grünen, sondern in engen Gassen, in die kaum ein Lichtstrahl fiel oder arbeiteten in Fabriken und "Unter Tage" im Bergbau. Bedingt durch die fehlende UV-Strahlung konnte in der Haut nicht mehr ausreichend Vitamin D hergestellt werden, die Kleinen erkrankten an Rachitis.

Wie sieht die Situation heute aus? Die reale Welt wandelt sich zusehends in eine virtuelle. Die eigenen vier Wände werden mithilfe von Computer und Fernseher ins scheinbar unendlich Mögliche erweitert. Der Gang auf den Spielplatz erfolgt nicht mehr durch die Wohnungstür, sondern via Computer. Alles, was es zu entdecken gibt, finden wir im Internet oder im Fernsehen. Das geht nicht nur wesentlich schneller, sondern es ist bereits aufbereitet. Kein Grund also, unnötig das Haus zu verlassen. Gute Freunde, an deren Leben wir teilhaben dürfen, treffen wir regelmäßig in "daily Soaps" - reale Freunde wären sowieso langweiliger, dafür aber anstrengender. Der Lebensrhythmus im Jetzt scheint hypermodern und doch sind Parallelen zum 19. Jahrhundert deutlich.

 

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Schlagzeilen

Vitamin D kann vor Krebs schützen. Darauf weist Edward Giovannucci von der Harvard Universität in einem Übersichtsartikel hin.
Bereits in den 1980er Jahren kam die Hypothese auf, dass Vitamin D könne vor Krebs schützen kann. Diese Annahme gründete auf der Tatsache, dass Sonnenexposition die Vitamin-D-Spiegel erhöht und ein ständiger Aufenthalt in sonnenarmen Gebieten mit einer erhöhten Rate bestimmter Krebsarten einhergeht.
Giovannucci fasst noch einmal die Ergebnisse der Harvard-Kohortenstudien zusammen, die neben zahlreichen Fragestellungen auch der Vitamin-D-Hypothese nachgingen. Es handelt sich dabei um die Nurses' Health Studie, die Health Professionals Follow-Up Stude und die Physicians' Health Studie. Analysiert wurde, ob Plasmaspiegel und Aufnahme des Vitamins mit Nahrung oder Supplementen die Inzidenz maligner Tumoren beeinflussen.