Prostatahyperplasie
Bei der so genannten benignen Prostatahyperplasie (BPH)
handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung der
Vorsteherdrüse, die sich beim Mann am Übergang der Blase zur
Harnröhre befindet und letztere umgibt. Ihre Hauptfunktion
besteht in der Bildung und Ausscheidung eines Sekrets, das
Teil der Samenflüssigkeit ist. Eine gutartige Vergrößerung
der Prostata ist sehr häufig und betrifft bereits rund die
Hälfte der 50-jährigen Männer. Die Betroffenen müssen in der
Regel häufiger urinieren (besonders nachts), der Harnstrahl
ist abgeschwächt und häufig kommt es zum Nachtröpfeln. Bei
stark vergrößerter Prostata kann das Urinieren auch
schwierig bis unmöglich werden und das Risiko für
Harnwegserkrankungen zunehmen.
Nahrungsergänzungsmittel, die helfen können
Es gibt eine Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln, die einen
positiven Einfluss bei gutartiger Prostatahyperplasie haben.
So wurde in einer Studie betroffenen Patienten eine
Aminosäurekombination bestehend aus Glycin, Alanin
und Glutaminsäure in einer Menge von 760 mg dreimal täglich
für 2 Wochen und anschließend 380 mg dreimal täglich für 3
Monate gegeben. Eine Kontrollgruppe erhielt ein
Scheinmedikament (Placebo). Nach 3 Monaten zeigte sich bei
etwa der Hälfte der Patienten aus der Aminosäuregruppe im
Vergleich zu 15 % aus der Kontrollgruppe eine Abnahme des
Harndrangs und der Häufigkeit zu urinieren. Diese Ergebnisse
konnten in einer weiteren Studie bestätigt werden. Zwar ist
der Wirkungsmechanismus der Aminosäurenkombination noch
unklar, man geht aber von einer abschwellenden Wirkung auf
das Drüsengewebe aus.
Auch
essentiellen Fettsäuren, wie sie z. B. in Flachsöl
enthalten sind, wird eine positive Wirkung nachgesagt. Da
die Einnahme essentieller Fettsäuren den Bedarf an
Vitamin E erhöht, empfiehlt sich die gleichzeitige
Einnahme eines entsprechenden Vitaminpräparats.
In einer Untersuchung konzentrierte man sich auf die Wirkung
von
Zink bei gutartiger Prostatahyperplasie, da dieses
Spurenelement in hoher Konzentration im Prostatasekret
vorkommt. 19 betroffene Männer nahmen zunächst 150 mg Zink
täglich für 2 Monate ein. Anschließend reduzierte man die
Menge auf 50 bis 100 mg täglich. Daraufhin nahm bei 74% der
Patienten die Prostatagröße ab. Unterstützt werden diese
Ergebnisse durch Tierstudien, in denen gezeigt werde konnte,
dass die lokale Injektion von Zink in die Prostata zu einer
Größenabnahme der Vorsteherdrüse führte. Da die
Nahrungsergänzung mit hoch dosierten Zinkpräparaten
langfristig zu Kupfermangel führen kann, ist die
gleichzeitige Einnahme dieses Spurenelements in einer Menge
von 2-3 mg sinnvoll.
Einen wichtigen Beitrag zur Nahrungsergänzung bei gutartiger
Prostatavergrößerung können auch verschiedene Kräuter
leisten. Eine besondere Rolle spielt dabei die
Sägepalme. Ihre Wirkung beruht wahrscheinlich
darauf, dass sie ein bestimmtes Enzym hemmt. Dieses
katalysiert die Umwandlung des männlichen Geschlechtshormons
Testosteron in seine aktivere Form, das Dihydrotestosteron.
Auf die gleiche Art wirkt das Medikament Finasterid, das
häufig zur Behandlung von gutartiger Prostatavergrößerung
eingesetzt wird, bei einem Teil der Patienten als
unerwünschte Nebenwirkung aber zu Erektionsstörungen führt.
Diese Wirkung wurde bei Sägepalme, die zusätzlich noch die
Bindung von Dihydrotestosteron an die Rezeptoren in der
Prostata blockiert, nicht beobachtet. Studien zeigten, dass
Sägepalme genauso wirksam gegen Prostatahyperplasie ist wie
Finasterid.
Auch für Pygeum Africanum, ein Baumrindenextrakt des
afrikanischen Zwetschgenbaums, konnte eine gleichartige
Wirkung wie für die Sägepalme nachgewiesen werden. In
Studien wurden 50-100 mg zweimal täglich eingesetzt. Bei
geringgradig bis mäßig vergrößerter Prostata konnte eine
positive Wirkung nachgewiesen werden.
Kürbiskernöl kann ebenfalls helfen, die unangenehmen
Begleiterscheinungen bei Prostatavergrößerung zu lindern.
Tierstudien gaben Hinweise auf eine Funktionsverbesserung
von Blase und Harnröhre, die diese Wirkung teilweise
erklären kann. Auch Untersuchungen an Patienten mit
Prostatahyperplasie, bei denen Kürbiskernöl in einer Menge
von 160 mg dreimal täglich eingenommen wurde, zeigten
positive Ergebnisse. Die Wirkung wird mit dem Gehalt an
Zink, freien Fettsäuren und Phytosterolen in Zusammenhang
gebracht, der genaue Wirkungsmechanismus ist jedoch noch
nicht geklärt.
Diese Information basiert auf verschiedenen
Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen
übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese
Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt
werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher
Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher
Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen. Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern
sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt
wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt
werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle
Nebenwirkungen nicht bekannt sind. |
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