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Harnwegsinfekt

Zu den Harnwegsinfekten gehören Entzündungen der Harnröhre, der Blase und der Nieren. Sie werden in der Regel von Bakterien verursacht. Blockierungen im Bereich der ableitenden Harnwege, z.B. Steine oder angeborene Missbildungen, wirken dabei begünstigend. Aber auch ohne solche ungünstigen Voraussetzungen können Harnwegsinfekte immer wieder auftreten oder sogar chronisch verlaufen. Frauen sind aufgrund der kürzeren Harnröhre häufiger betroffen als Männer.

Symptome: Zu den typischen Beschwerden eines Harnwegsinfekts gehören häufiger Harndrang (oft schon unmittelbar nachdem man die Toilette aufgesucht hat), Brennen beim Wasserlassen und Krämpfe oder ein Druckgefühl im Unterleib. Der Urin kann ungewöhnlich oder streng riechen und im Aussehen verändert sein. Wenn Fieber, Schüttelfrost, Rückenschmerzen unterhalb der Rippen, Übelkeit und Erbrechen dazu kommen, muss von einer ernsthafteren Erkrankung mit Nierenbeteiligung ausgegangen werden.

Therapie: Die Therapie ist in der Regel antibiotisch, wobei eine Reihe verschiedener Präparate zur Verfügung stehen. Sie richtet sich unter anderem nach der Empfindlichkeit der Erreger und der Verträglichkeit des Patienten.

Blasenentzündung: Genügen 3 Tage Antibiotika?

Lesen Sie dazu einen interessanten Artikel auf www.gesundheitsinformation.de vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), einer unabhängigen, privaten und gemeinnützigen Einrichtung, die auf Initiative des Gesetzgebers gegründet wurde, um die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen zu bewerten. 


Was man darüber hinaus tun kann: Der übermäßige Konsum von Zucker und Alkohol kann nachgewiesenermaßen das Immunsystem beeinträchtigen. Außerdem konnte gezeigt werden, dass die Reduktion des Fettanteils in der Nahrung die Effektivität der Immunantwort steigerte. Daher wird während akuter Infektionen sowie bei ständig wiederkehrenden Entzündungen eine Zucker- und Fettarme Diät und der Verzicht auf Alkohol empfohlen.
Bei häufig wiederkehrenden Infektionen können auch Allergien eine Rolle spielen, wie in mehreren Studien gezeigt wurde. In diesem Fall kann die Identifikation und die Elimination des Allergens aus der Nahrung zu einer Reduktion der Entzündungshäufigkeit beitragen.

Gibt es Kräuter, die den Heilungsprozess unterstützen? Eine Reihe von Kräutern können sowohl bei akuten als auch chronischen Harnwegsinfekten sinnvoll eingesetzt werden. Dabei spielt die Durchspülung der Harnwege eine besondere Rolle. Voraussetzung dafür ist vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2 Liter pro Tag). Folgende Kräuter sind für ihre harntreibende Wirkung bekannt: Birkenblätter, Goldrutenkraut, Orthossiphonblätter, Brennnesselkraut, Schachtelhalmkraut, Hauhechelwurzel, Petersilienwurzel sowie Löwenzahnwurzel und –kraut. Sie werden sowohl bei akuten als auch chronischen Harnwegsinfekten eingesetzt.

Welche Rolle können Nahrungsergänzungsmittel spielen?

In einer Doppelblindstudie konnte gezeigt werden, dass die gleichzeitige Einnahme des Eiweißspaltenden Enzyms Bromelain mit einem Antibiotikum bei allen Patienten zur erfolgreichen Therapie der bakteriellen Entzündung führte, während dies nur bei 46% der Mitglieder der Kontrollgruppe der Fall war, die ausschließlich das Antibiotikum erhielt.

Häufig wird auch die Einnahme von hoch dosiertem Vitamin C empfohlen. Dies beruht darauf, dass Vitamin C das Immunsystem unterstützt, das Wachstum von E. coli (einem häufigen Erreger von Harnwegsinfekten) hemmt und durch Ansäuerung des Urins ein Erreger-feindliches Milieu schafft.

Da Vitamin A–Mangel bekanntermaßen das Infektionsrisiko erhöht, wird auch die Supplementierung mit diesem Vitamin empfohlen. Vitamin C und A sind in den meisten Multivitaminpräparaten enthalten. Eine Untersuchung mit älteren Personen, die ein Jahr lang ein Multivitaminpräparat erhielten, zeigte, dass die Immunabwehr sich verbesserte und die Zahl der Infektionen (auch der Harnwege) deutlich abnahm.


Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.
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