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Erkältung - Alle Jahre wieder...

Vor allem zur kalten Jahreszeit werden viele von uns alljährlich von Erkältungen mit all ihren unangenehmen Begleiterscheinungen und Einschränkungen heimgesucht.

Aber was genau steckt eigentlich dahinter?

Die Erreger, die uns mit unschöner Regelmäßigkeit Husten, Schnupfen und Heiserkeit bescheren, gehören zu den Viren und zwar im Frühling, Sommer und Herbst in der Regel zur Gruppe der Rhinoviren, im Spätherbst und Winter dagegen meist zu den RS- (=respiratory syncytial) oder den Influenza-Viren. Letztere sind die Erreger der "echten Grippe". Diese winzigen Eindringlinge brauchen für ihre Vermehrung lebende Zellen, oft sogar einen ganz bestimmten Zelltyp, in denen sie nach dem Eindringen ihre DNA oder RNA -also ihre Erbinformation- freisetzen können. Sie übernehmen dann die Kontrolle über einen Teil des Stoffwechsels der befallenen Zelle und bringen diese so dazu, neue Viruspartikel herzustellen. Die so entstehenden neuen Viren attackieren Nachbarzellen und so breitet sich die Infektion weiter aus.

Glücklicherweise verfügt der menschliche Körper über eine Reihe Abwehrmechanismen. Dazu gehören:

- Die Haut und Schleimhaut sowie der saure Magensaft als natürliche Barrieren gegen eindringende Mikroorganismen.
- Das Interferon. Infizierte Zellen bilden diesen Botenstoff, der den noch nicht befallenen Zellen eine gewisse Widerstandskraft gegenüber Viren verleiht.
- Die zu den weißen Blutkörperchen (=Leukozyten) zählenden Lymphozyten. Nach einer Virusinfektion vermehren sich die so genannten T-Lymphozyten und reifen entweder zu Killerzellen oder zu T-Helferzellen heran. Die Killerzellen attackieren und vernichten die infizierten Zellen und stoppen so die weitere Virusproduktion. Aufgabe der Helferzellen ist es, die so genannten B-Lymphozyten zu unterstützen. B-Lymphozyten reifen nach Kontakt mit dem Virus zu Antikörper-Produzierenden Plasmazellen. Die Antikörper machen die Viren unschädlich, bevor sie erneut gesunde Zellen befallen können.
- Die Makrophagen (=Fresszellen). Sie werden über von den Lymphozyten freigesetzte Botenstoffe angelockt und "fressen" die durch Antikörper neutralisierten Viren. Die Wanderung der Fresszellen an den "Ort des Geschehens" nennt man auch Chemotaxis.
- Das Komplementsystem. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von rund 20 enzymatisch wirksamen Eiweißmolekülen, die u. a. die Antikörperbildung beeinflussen und mithelfen das komplexe Orchester aus Abwehrmechanismen zu dirigieren.

Die Übertragung der Viren erfolgt als so genannte Tröpfcheninfektion

Die beim Niesen und Husten versprühten erregerhaltigen Schleimtröpfchen werden von Gesunden eingeatmet. Rhino- und RS-Viren können außerdem über infizierten Schleim an den Fingern "weitergereicht" werden. Besonders gefährdet für eine Ansteckung sind übermüdete oder psychisch erschöpfte Personen, außerdem Menschen, die an einer Allergie im Nasen-Rachenraum leiden (Heuschnupfen, Asthma) sowie Frauen in der Mitte zwischen zwei Perioden.

Was ist der Unterschied zu einer Grippe?

Lesen Sie dazu einen interessanten Artikel auf www.gesundheitsinformation.de vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), einer unabhängigen, privaten und gemeinnützigen Einrichtung, die auf Initiative des Gesetzgebers gegründet wurde, um die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen zu bewerten. 


Mit den Symptomen sind die Meisten von uns nur allzu gut vertraut

Ein bis drei Tage nach der Ansteckung verspürt man ein unangenehmes Kribbeln in Nase und Rachen. Anschließend fängt die Nasenschleimhaut an Unmengen wässrig-klaren Schleims zu produzieren und man beginnt zu niesen. Meist ist die Körpertemperatur nur gering oder gar nicht erhöht und man fühlt sich zwar beeinträchtigt, aber nicht schwer krank. Das Nasensekret wird mit der Zeit dickflüssiger, grünlich-gelb und die Menge nimmt ab. Zu diesem Zeitpunkt kommt dann oft ein unangenehmer Husten dazu. Nach 4-10 Tagen verschwinden die Symptome meist wieder, der Husten hält allerdings oft noch länger an.

Komplikationen können auftreten, wenn die Viren sich weiter ausbreiten oder Bakterien die vorgeschädigten Schleimhäute besiedeln. Dann kann es zu Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- und Luftröhren-Entzündungen sowie zu Bronchitis und sogar Lungenentzündungen kommen.

Wie kann man sich vor Erkältungen schützen?

Um einer Ansteckung mit Erkältungsviren vorzubeugen, sollte man regelmäßig die Hände waschen und benutzte Taschentücher beseitigen. Soweit möglich empfiehlt es sich Menschenansammlungen zu meiden.

Die Empfänglichkeit des Körpers gegenüber den Krankheitserregern kann man vermindern, indem man Zugluft und trockene Heizungsluft vermeidet (regelmäßig lüften, gegebenenfalls nasse Handtücher verteilen). Die Abwehrkräfte werden gestärkt durch regelmäßige körperliche Bewegung, bevorzugt an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung.

Eine den gesamten Bedarf abdeckende Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist durch die normale Ernährung aber nicht immer möglich. Daher ist eine Nahrungsergänzung mit Multivitaminen und Mineralstoffen meist sinnvoll, zumal das frische Obst und Gemüse durch Lagerung, Lichteinwirkung und Zubereitung (kochen) schnell wichtige Vitamine verliert. Darüber hinaus gibt es Studien, die die Wirksamkeit von Multivitaminpräparaten zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten bestätigen.
Hier kommt insbesondere dem Vitamin C eine hervorragende Bedeutung zu. Eine neue Studie konnte zeigen, dass insbesondere Vitamin C als Ester (z. B. als Kalziumascorbat) in einer Dosierung von 500 mg/Tag den gesamten Winter über eingenommen dazu führte, dass die Versuchspersonen signifikant weniger häufig erkältet waren als die Mitglieder der Kontrollgruppe, die ein Placebo (= Scheinpräparat) einnahmen. Außerdem waren die Symptome bei der Vitamin C-Gruppe weniger ausgeprägt und schneller überstanden.
Ähnliche Erfolge konnten bei einer Studie beobachtet werden, in der die Versuchspersonen 3 Monate lang ein Knoblauch-Präparat einnahmen. In der Knoblauchgruppe traten Erkältungen nur knapp halb so häufig auf wie in der Placebogruppe. Diejenigen, die trotz Knoblauchpräparat eine Erkältung bekamen, erholten sich schneller und hatten ein deutlich vermindertes Risiko sich erneut zu erkälten.

Und wenn es Sie bereits "erwischt" hat?

Auch dann gibt es verschiedene Möglichkeiten den Krankheitsverlauf abzukürzen, das Wohlbefinden zu verbessern und das Risiko von Komplikationen zu vermindern. Folgende Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden werden empfohlen:
- Achten Sie darauf nicht auszukühlen, verwenden Sie Halswickel (s. unten) und gönnen Sie sich ein heißes Fußbad (s. unten).
- Trinken Sie große Mengen Flüssigkeit. Schweißtreibende Tees aus Holunderblüten oder Lindenblüten sind besonders günstig (s. unten). Auch dem spanischen Pfeffer (Capsicum) wird eine schweißtreibende Wirkung nachgesagt.
- Gurgeln Sie mit einem Tee aus Salbeiblättern und Kamillentee. Das lindert die Beschwerden im Rachen.
- Zum Abschwellen der Schleimhäute im Nasen-Rachenraum hilft ein Dampfbad entweder einfach mit Wasser oder nach Zusatz einer Mischung aus Kamille, Salbei und Thymian (s. unten). Auch Nasenspülungen mit einer selbst hergestellten physiologischen Kochsalzlösung (s. unten) sind hier sehr hilfreich.
- Ätherische Öle wie Thymianöl können -dem Dampfbad zugesetzt- das freie Durchatmen erleichtern helfen. Eukalyptusöl auf die Brust gerieben kann den Druck von den Bronchien nehmen und Minzöl auf Stirn und Schläfen eingerieben lindert Kopfschmerzen.
- Zur Linderung des Hustenreizes eignen sich Andorn, Huflattich, Ingwer und Honig. Eine schleimlösende Wirkung haben Eukalyptusblätter, Fenchelsamen, Thymiankraut, Pappelknospen, Senega-Wurzelextrakt, weißer Andorn, Lakritzwurzel und Rotulme.

Antibiotika nehmen oder lieber doch nicht?

Lesen Sie dazu einen interessanten Artikel auf www.gesundheitsinformation.de vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), einer unabhängigen, privaten und gemeinnützigen Einrichtung, die auf Initiative des Gesetzgebers gegründet wurde, um die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen zu bewerten. 

Zur Stärkung des Immunsystems stehen eine Reihe weiterer Substanzen aus der Naturheilkunde zur Verfügung

- Vitamin C kommt hier eine besondere Bedeutung zu, da es die verschiedensten Abwehrmechanismen unterstützt (s. unten).
- Zink ist Bestandteil von über 300 Enzymen und daher erforderlich für eine Vielzahl von Körperfunktionen. Es steigert nachweislich die Abwehrkräfte und hat eine antivirale Wirkung. Experimentell konnten Zinksalze die Vermehrung von Rhinoviren hemmen.
- Echinacea (Sonnenhut, Kegelblume) hat ebenfalls eine nachgewiesene antivirale und prophylaktische (=vorbeugende) Wirkung gegen Infektionen. Es kann die Leistungsfähigkeit der Fresszellen steigern und zur vermehrten Bildung von T-Lymphozyten führen, die beim Kampf gegen die Viren ja an vorderster Front zu finden sind. Außerdem kann Echinaceasaft die Bildung bestimmter entzündungshemmender Botenstoffe (Interleukin 1 und 6) durch Fresszellen bewirken, die ihrerseits zur Aktivierung von T- und B-Lymphozyten führen.

Rezepte

1. Holunderblüten- und Lindenblütentee:
Nehmen Sie 1 bis 2 Teelöffel der Blüten und gießen sie mit 250 ml kochendem Wasser auf. Lassen Sie den Tee 5-10 Minuten zugedeckt ziehen und gießen ihn dann durch ein Sieb. Nach Geschmack Honig oder Zitrone zugeben und so heiß wie möglich trinken.

2. Für ein heißes Fußbad stellen Sie die Beine in einen großen Eimer, so dass die Waden mit warmem Wasser (35 bis 37 Grad) bedeckt sind. Langsam heißes Wasser hinzu gießen und so die Temperatur innerhalb von höchstens 20 Minuten auf 40 bis 42 Grad steigern. Nach weiteren 5 Minuten die Beine abtrocknen und anschließend ab ins Bett. Kontrollieren Sie die Temperatur mit einem Badethermometer. Vorsicht bei Krampfadern oder Herz-Kreislauf-Beschwerden: Da die Wärme des Wassers eine Erweiterung der Blutgefäße zur Folge hat, können Krampfadern verschlimmert werden und der Blutdruck kann abfallen.

3. Beim Halswickel haben Sie die Wahl zwischen einem kühlen oder einem warmen Wickel. Wenn Ihrem Hals warme Getränke gut tun, empfiehlt sich ein warmer Wickel und umgekehrt. Ein warmer Wickel fördert die Durchblutung, ein kühler wirkt abschwellend und entzündungshemmend. In beiden Fällen falten Sie ein Geschirrtuch so, dass es etwa so breit ist wie ihr Hals. Tauchen Sie es in kühles bzw. warmes Wasser und wringen es anschließend aus (leicht für kühle Wickel, sehr gründlich für warme Wickel). Legen Sie das Tuch so um den Hals, dass die Wirbelsäule frei bleibt. Darüber kommt ein trockenes Geschirrtuch und zum Schluss ein Wollschal. Kühle Wickel lässt man zwischen 20 und 45 Minuten einwirken, warme 30 bis 90 Minuten. In beiden Fällen anschließend für einen warmen Hals sorgen.

4. Ein Dampfbad tut schon mit warmem Wasser allein gut. Es wirkt schleimlösend und lindert Husten und Halsschmerzen. Legen Sie sich ein Handtuch über den Kopf und inhalieren Sie für 10 bis 15 Minuten den warmen Wasserdampf aus einer Schüssel oder einem Topf. Die wohltuende Wirkung kann noch gesteigert werden, wenn Sie dem Wasser je 1-2 Esslöffel Kamille, Salbei und Thymian zusetzen. Nach dem Dampfbad sollten Sie sich noch eine halbe Stunde ausruhen und den Kopf warm halten.

5. Für eine Nasenspülung können Sie die physiologische Kochsalzlösung selbst herstellen, indem Sie 1 g Koch- oder Meersalz (etwa eine Messerspitze) auf 100 ml abgekochtes Wasser geben. Diese Lösung ist allerdings nur wenige Tage haltbar.

Vitamin C und das Immunsystem - was Vitamin C so alles kann

- Vitamin C steigert die Beweglichkeit und Aktivität der Abwehrzellen, so dass sie schneller für Abwehrfunktionen bereitstehen.
- Bei einer täglichen Vitamin-C-Aufnahme von 1 g wurde eine deutliche Zunahme von spezifischen Abwehrstoffen (Immunglobulinen) festgestellt.
- Vitamin C führt zu einer erhöhten Konzentration an Komplement.
- Es steigert die Serumkonzentration an Interferon, das als Reaktion auf einen Virusinfekt gebildet wird.
- Im Laborexperiment kann hoch dosiertes Vitamin C die Menge der Rhinoviren, die sich in menschlichen Zellkulturen vermehren, auf 1:40 senken.
- Die in aktivierten Leukozyten entstehenden freien Radikale werden von Vitamin C aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften abgefangen und so eine mögliche Zellschädigung verhindert.


Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.
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