Zuckermoleküle „spielen“ unser Leben

Interview mit Karl B.  Rietmann, NutriGenomics-Epigenetics (Master of IfHI M-122), Swiss Diet Coaching 

Zuckermoleküle sind wichtige Bausteine in unserem Körper und in unserer Nahrung. Sind diese nicht via die Biokatalysatoren, den Enzymen, gebunden und nicht kongruent so können/werden diese unsere Gesundheit und unser Zusammenleben massiv beeinflussen, sagt Karl Rietmann, - nachdem er ein Masterdiplom in Nutrigenomics und Epigenetics am Institute for Human Individuality (IfHI) nach mehr als 2 jährigem Studium abgeschlossen hat.

Wie soll man das verstehen?

„Zucker“ steht unter anderem als ein Hauptanteil bei Glykoproteinen, Glykomik, Glykosylierung usw. Z.B.: Unser „fehlgeleitetes“ Gesundheitswesen, speziell in Bezug auf mangelnde Prävention, zusammen mit dem abenteuerlichen Verhalten in der Nahrungsmittelindustrie hat die derzeitige Situation -einer Epidemie gleichend- von Herzkreislauf/Diabetes/Übergewicht und Krebs mitverschuldet.


Nahrungsmittel werden ja kontrolliert und unterstehen Regulierungen- und Verordnungen.

Ja das ist richtig, aber vielen der zu oft veränderten Grundnahrungsmittel, der modernen Industrie/Chemie gehorchend, ignorieren somit vielfach unsere jahrtausende alte Evolution. Diesem Veränderungstempo kann der Mensch nicht mehr nachkommen. Die normalen genetischen Anpassungsfähigkeiten (Predictive Adaptive Response: PAR) brauchen manchmal viele Generationen und wir können gar nicht so schnell reagieren auf diese in wenigen Jahrzehnten (vor allem nach dem 2. Weltkrieg) erfolgten Entwicklungen bei einigen der heute üblichen und täglich aufgenommenen Nahrungsmittel.

Wie haben sich denn unsere Vorfahren verhalten?

Der römische Philosoph Lukretius hat schon vor 2000 Jahren festgestellt und vermittelt:
„Des Einen gutes Essen ist des Andern Gift“ und hat damals, wie auch in China und anderen Kulturen auf die Erfahrungsernährung hingewiesen, Schweine wurden damals kaum gehalten, und vergleichbares mit dem heutigen Weizen gab’s nicht. (bei beiden gibt es Glycoproteine/Lektine, die für den Grossteil unserer Bevölkerung mindestens langzeitlich eher toxisch wirken).

Aber in welche Richtung zielt dies alles?

Nutrigenomics ist die neueste Richtung in der Ernährungslehre, bei der den neuen Erkenntnissen aus der Glykomik und vielem Andern, abgestimmt auf die vielfältigen persönlichen genetischen Ausgangslagen folgend, Rechnung getragen wird. Dies bestätigt auch, dass einheitliche Ernährungsempfehlungen für „Jedermann“ nicht ausgesprochen werden sollten. Letztes Jahr hat das Massachusetts Institute of Technology (MIT) die Sichtweite dahin erweitert und erklärt: Das letzte unerforschte Gebiet war immer der Weltraum.
Es ist gut möglich, dass jetzt das grösste unerforschte Gebiet die „Glycomik und Zellbiologie“ ist.

Was soll man dann tun?

Betrachtet man die derzeitige Situation vor allem in den Industrieländern, so werden große Defizite bei den Mikronährstoffen festgestellt die sich stark manifestiert haben. Es gibt heute Anzeichen eines klaren Mangels an Vitaminen (vor allem an Vit. C), Mineralstoffen (Magnesium, Kalzium) und speziell der sekundären Pflanzenwirkstoffe (Polyphenole etc.). Hierzu ein Beispiel der massiven Veränderung mit Zahlen aus USA: 1914 400mg, 1948 150mg, 1997 noch 80mg von gemitteltem Kalzium, Magnesium und Eisenwerten in Kohl, Salat, Tomaten und Spinat.

Da sind aber einige Begriffe zusammengekommen, die erklärt sein sollten!

Makronährstoffe: Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate („Zucker“) mit den für die Darmtätigkeit wichtigen Ballaststoffen sind die Hauptstoffe für unsere Energie. Mikronährstoffe: Mineralstoffe, Vitamine, Sekundäre Pflanzenwirkstoffe und Spurenelement sind Spieler bei den Hormonen, Enzymen, dem Immunsystem und viel Essentiellem usw., so dass unser Körper gut funktioniert. Sobald diese fehlen - fühlen wir uns nicht gesund. Heute sollte für unsere Lebensweise beachtet werden: a) auf eine ausgewogene der persönlichen Glykomik angepassten Ernährung, b) auf praktisch unabdingbar notwendig gewordene Nahrungsergänzungen (Betriebsmittel), c) auf genügend frische Luft (richtige Atmung) und genügend Licht, sowie d) dem eigenen Energiepotenzial angepasste Bewegung.

Energiepotential, warum soll das persönlich sein?

Die Energie die Sie abgeben können für Ihre Arbeit, Sport, in Musik und auch als Hooligan etc. hängt stark von der Langzeiternährung und von Ihrer Genetik ab. Die epigenetischen Mutationen, die diesbezüglich vor allem am Anfang einer Schwangerschaft auftreten, richten sich nach den Umweltbedingungen und haben natürlich Folgen für das werdende Kind und dessen benötigte Energien, in einer wirtlichen oder unwirtlichen Umgebung sich behaupten zu können. Bei meinen biometrischen Vermessungen habe ich praktisch noch keine ausgeglichenen Personen feststellen können, die z.B. aus dem Balkan hierher gekommen sind. Man kann dies als „Vermächtnis von Tito“ betiteln, die Schwierigsten aber sind Nachkommen deren Schwangerschaft (hohe Testosteronbelastung) in die Zeit der beiden lang anhaltenden Bürgerkriege fällt. Eine ähnliche Situation zeigten die Auswirkungen, die der so genannte Hungerwinter in Holland 1944/45 nach sich gezogen hatte und sich auch auf spätere Generationen auswirkte.

Moment mal! was passiert denn bei solchen veränderten Situationen?

Die epigenetisch bedingten Anpassungen für die nächste Generation zeichnen sich dann in einer erhöhten Energie-Zurverfügungsstellung aus, diese erkennen wir dann als tolle Mitarbeiter in der Industrie (Workaholiker), sehr gute Sportler oder was wir unter anderem bezeichnen als Übermotivierte, Gispel bis hin zu ADHS etc.
Nun kann es vor allem bei fehlendem familiären Einfluss zum Abbau dieser energetischen Situationen, welche oft noch verstärkt werden auf Grund der viel zu zuckerreichen Nahrung, unweigerlich zu Überreaktionen (vor allem wenn noch Alkohol/Drogen im Spiel sind) von denen wir täglich in den Medien lesen können. Bedenken Sie auch, dass diese Genetik das ganze Leben mitbestimmt und nur dort, wo diese Energie durch geeignete z.B. handwerkliche Tätigkeiten ausgeglichen wird, kann diese personenbezogene Situation verbessert werden.

Somit ein ganzes Leben lang „ohne“ Zucker darben!

Nein, so ist es nicht gemeint. Aber bedenken Sie, dass vor einem halben Jahrhundert der versteckte Zuckerkonsum ein Vielfaches kleiner war als heute. Die Schweiz gehört nun mit einem Jahreskonsum von 52 Kg/Kopf und zusätzlichen 18 Kg Schokolade dieser Zucker zu den Spitzenreitern. Nun kennen wir heute die unnatürlich gebildeten Zuckerfett- und Zuckereiweiss-Verbindungen, die AGEs (Advanced Glycation Endproducts) die den Alterungsprozess unterstützen. Diese AGEs sind einfach gesagt „Sand im menschliche Körper“ und unterstützen viele unsere Zivilisations-Fehlentwicklungen, wie: Jugendliche haben schon Lernfaulheit, Trägheit, von den Bodymassen gar nicht zu sprechen; dies ist vielfach vergleichbar mit einem verfrühten Alterungsprozess.

Jetzt wird’s aber interessant und spannend!

Wir haben ja gesagt es gehe um unsere Zuckermoleküle, die unser Leben „spielen“. Dann legen wir zu den AGEs noch die abberante Glykosylierung dazu, dann sagt der Volksmund wir wären übersäuert. Die Richtung stimmt! Dann haben unsere roten Blutkörperchen einige „Probleme“ ihren Anteil zur Aufrechterhaltung des Metabolismus (Körperinterner Stoffwechsel) zu gewähren. Ihre / Meine Blutkörperchen unterscheiden sich vielfach nur in einem Zuckermolekül, diese gleichen Endmoleküle trifft man überall in den meisten Organen, den Geweben und ergeben damit entsprechende Strukturen an den Zelloberflächen. Ich selbst habe, wie ca. 15 % unserer Bevölkerung, noch zusätzlich ein solches Zuckermolekül – ein Fucose-Molekül, das mein/dieser Leute’s Immunsystem stark beeinträchtigen.

Klären wir die Sache mit dem AGEs

Ca. 30% dieser ohne Enzyme entstandenen Glykoproteine (biologisch gesehen unnatürlich) kommen zubereitet aus der zugenommenen Nahrung z.B. viel Braungebranntes, Karamellisiertes, Überhitztes. Früher wurde beim Kochen viel länger auf tieferen Temperaturen und vermehrt in Wasser das Essen zubereitet. Fructose und Galactose, einfache in den Körper aufgenommene Zuckermoleküle zeichnen für den Rest der AGEs gebildet aus dem Überschuss von den viel zu hohen heute aufgenommenen Mengen der entsprechenden Genussmittel. Und bei der Glykosylierung spielt die Lektinaffinität in unserem Körper mit den aufgenommenen Nahrungsmitteln ihr „Spiel“.

Ein „ Spiel“ der Lektine (Glykoproteine) von Nahrungsmitteln

Hier zitiere ich gerne was Biologen im Februar 2009 in einer Asiatischen Wissenschaftlichen Information dazu veröffentlich haben:
Im Überfluss vorhandene Lektine und verschiedene Proteine in unseren Nahrungsmitteln haben agglutinierende/verklebende Eigenschaften, die unser Blut beeinträchtigen. Agglutinationen in zeitlich längerem Rahmen gesehen, verursachen chronische Probleme wie Krankheiten und Komplikationen bei Organen, vor allem im fortgeschrittenen Alter.
Dem ist nichts zu ergänzen, außer dass Städte wie Shanghai durch die Fastfood Manie in den letzten 12 Jahren bereits über 25 % Übergewichtige zählen (wir brauchten dazu 30 Jahre!).

Noch ein Beispiel zum Schluss:

Wir sagen immer wieder und zitieren unsere Vorfahren: Du bist was Du isst! Der allseits bekannte Cabaretist „Emil“ beendete seine erste Karriere in seinen 60ern unter anderem auch wegen massiven Schmerzen, ging nach New York, - kam zurück und seit er am Genfersee wohnt und gänzlich auf Milch und Käse verzichtet, sind die Schmerzen weg. Steht heute als Mitte 70er wieder auf der Bühne. Es ist somit nie zu spät mit etwas Neuem zu beginnen.

Karl B.  Rietmann
Dipl. Masch. Ing. HTL/STV
NutriGenomics-Epigenetics
(Master of IfHI M-122)
Swiss Diet Coaching 
Alte Steig 10
CH-9100 HERISAU, Switzerland
Phone/Fax* +41 71 351 23 39
Mobile Phone +41 794446842
e-mail:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!