Ernährungsmythen – Wahrheit oder Unsinn?
Rotwein ist gesund, das Frühstück ausfallen lassen ist schlecht und Weißbrot hat nichts außer leeren Kohlenhydraten. Wahrheit oder Unsinn? Wir sind den Ernährungsmythen auf die Spur gegangen und geben klare Antworten.
Ohne Frühstück aus dem Haus zu gehen ist schlecht
Wahrheit!
Zu frühstücken ist gut. Das Verdauungssystem wird stimuliert und liefert die Energie, die wir benötigen, um tagsüber fit und konzentriert zu sein. Frühstücken macht auch Sinn, um das Gewicht zu halten. Ohne Frühstück besteht die Gefahr, dass man später am Morgen Heißhunger bekommt und zu Snacks greift, die viele Kalorien enthalten. Aber ob Sie nun um sieben oder um zehn Uhr frühstücken, macht keinen Unterschied.
Fisch und Spinat niemals kombinieren
Unsinn!
Spinat ist - genauso wie Endivie, Rote Bete, Salat und Chinakohl - ein nitratreiches Gemüse. In Kombination mit Fisch wird Nitrosamin freigesetzt, welches das Krebsrisiko erhöhen soll.
Doch der Ratschlag, um Fisch und Blattgemüse nicht zu kombinieren, ist überholt. Neue Untersuchungen zeigen, dass das entstehende Nitrosamin in einer Form vorliegt, die kein gesundheitliches Risiko birgt. Will man jedoch auf der absolut sicheren Seite sein, kombiniert man Fisch (vor allem Makrele und Lachs) lieber mit nitratarmen Gemüsen.
Nitratreiches Gemüse: Rucola, Kopfsalat, Feldsalat, Spinat, Mangold, rote Beete, Endivien, Rettich, Fenchel, Kohlrabi, Radieschen, Wirsingkohl, Knollensellerie, Zucchini, Chinakohl.
Nitratarmes Gemüse: Auberginen, Erbsen, grüne Bohnen, Chicorée, Gurken, Paprika, Tomaten, Kartoffeln, Mais, Möhren, Spargel, Schwarzwurzeln, Rosenkohl, Rotkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Lauch, Knoblauch, Zwiebeln.
Flüssiges Fett ist besser als hartes Fett
Wahr!
Harte Margarine, Rahmbutter, Back- und Bratfett, Vollmilchprodukte, fette Fleisch- und Wurstwaren, Kuchen, Gebäck, Schokolade und Snacks enthalten hauptsächlich gesättigte Fette. Fett, das bei Zimmertemperatur weich oder flüssig ist, enthält relativ wenig gesättigte Fettsäuren. Gesättigte Fette können den Cholesterinspiegel erhöhen. Das kann das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen.
Fett enthält immer eine Kombination aus gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Das Verhältnis beider zu einander ist entscheidend. Auch ungesättigte Fettsäuren enthalten viele Kalorien und sollten nicht unbegrenzt verzehrt werden.
Light bedeutet gleichzeitig schlank
Unsinn!
Eine light Version enthält mindestens 30% weniger Kalorien aus Fett oder Zucker als das normale Produkt. Das bedeutet, EINE der Komponenten muss vermindert sein, damit es als “light” gekennzeichnet werden darf. Das heißt aber nicht, dass das Produkt insgesamt weniger Kalorien beinhaltet. So werden beispielsweise in vielen Ligth-Chips Fette durch Kohlenhydrate und Eiweiße ersetzt, die auch Energie und damit Kalorien enthalten. Ein prüfender Blick auf die Gesamtkalorienzahl auf dem Etikett ist in jedem Fall angebracht.
Dunkles Brot ist besser als Weißbrot
Wahrheit!
In dunklem Brot sind wesentlich mehr Ballaststoffe enthalten als in Weißbrot. Ballaststoffe sind gut für den Stuhlgang, sie geben ein Sättigungsgefühl ohne dick zu machen und sie können den Cholesterinspiegel senken.
Eigentlich müsste es Ballaststoffbrot genannt werden anstelle von dunklem Brot. Es gibt Weißbrot, das mit Karamel eingefärbt ist und darin sind keine Ballaststoffe enthalten. Dem gegenüber ist Maisbrot nicht braun, hat aber viele Ballaststoffe.
Natürliche Produkte sind immer gesund
Unsinn!
Wenn “100% natürlich” auf einer Verpackung steht, ist es nicht zwingend automatisch ein gesundes Produkt. “100% natürlich” sagt nichts über Gesundheitsbelange aus, sondern ist vielmehr ein Marketingtrick, um zum Kauf anzuregen. Selbst die gefährlichsten Gifte sind natürlichen Ursprungs. Wenn wir einen Kopf Salat eine Woche liegen lassen, ist er noch stets natürlich. Aber ist er dann auch noch gesund? “Natürlich” ist keine geschützte Bezeichnung für eine Angabe auf dem Etikett.
Es ist aber auch das Gegenteil möglich. Einige rohe Gemüse, wie rohe Hülsenfrüchte oder rohe Kartoffeln sind nicht gesund. Sie können sogar giftig sein, wenn sie nicht gekocht werden.
Spinat zweimal aufwärmen ist schlecht
Unsinn!
Früher hatte man Angst, dass beim zweiten Erwärmen Nitrit freigesetzt wird. Zwischenzeitlich denkt man darüber anders. Spinat, der maximal 2 Tage im Kühlschrank war, kann problemlos wieder aufgewärmt werden. Aber: Je öfter etwas erwärmt wird, umso mehr Nitrit wird gebildet. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Dauer der Wärmeeinwirkung. Wird gefrorener Spinat langsam aufgetaut (z.B. erst im Wasserbad und dann im Topf), wird mehr Nitrit freigesetzt als wenn er nur kurze Zeit in der Mikrowelle aufgetaut und zubereitet wird. Durch mehrmaliges Erwärmen oder langes Warmhalten wird das im Spinat enthaltenen Nitrat in Nitrit verwandelt und schließlich das Nitrit in krebserregendes Nitrosamin.
Wein ist gut für das Herz
Wahrheit!
Aber es ist die Menge, die zählt. Rotwein kann den Blutdruck senken und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen verringern. Das bedeutet aber keinesfalls, dass wir jetzt verstärkt zur Flasche greifen sollten. Für den Durchschnittserwachsenen heißt es, dass ein Glas Rotwein täglich eine positive Wirkung zeigen kann. Bereits zwei Gläser täglich haben bei den meisten Menschen negative gesundheitliche Auswirkungen. Die schädigende Wirkung von Alkohol gewinnt schnell die Oberhand.






