Ginkgo gilt als wirksam für Gedächtnis, Konzentration und mentale Gesundheit. Aufpassen sollte man jedoch bei Ginkgo-Teemischungen aus Drogerien, Reformhäusern und Supermärkten. Sie können unzulässig hohe Mengen von Ginkgolsäuren enthalten, die unter Umständen gesundheitsschädliche Auswirkungen haben können. Das ergab eine aktuelle Untersuchung des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker (ZL).
Ginkgolsäuren können Allergien auslösen und Neuronen schädigen.
Bei der Herstellung von Ginkgo haltigen Präparaten wird deshalb der zulässige Gehalt an Ginkgolsäuren auf einen Anteil von 5 ppm (parts per million) reduziert. Wer ein standardisiertes Ginkgo-Produkt aus der Apotheke in der empfohlenen Dosierung einnimmt, kommt auf die unbedenkliche Menge von maximal 0,6 bis 1,2 Mikrogramm Ginkgolsäuren pro Tag.
Anders stellt sich die Situation für die Konsumenten von Ginkgo haltigen Teemischungen und Lebensmitteln dar. Die Analyse von neun verschiedenen Teeprodukten ergab eine zum Teil erhebliche Belastung mit Ginkgolsäuren. Die zulässige höchste Tagesdosis an Ginkgolsäuren von 1,2 Mikrogramm (entsprechend dem Grenzwert von 5 ppm) wurde im wässrigen Aufguss aller untersuchten Teeprodukte erheblich überschritten, ermittelten Meike Krzywon und ihre Kollegen. Beim Genuss von nur einer Tasse solchen Tees nähme man das 40-Fache bis mehr als das 80-Fache der arzneilich zulässigen Ginkgolsäuren ein.
"Eine gesundheitliche Unbedenklichkeit, wie sie für Lebensmittel zu fordern ist, ist bei der Einnahme von solchen Mengen an Ginkgolsäuren nicht gegeben, dies erst recht nicht, wenn täglich mehrere Tassen Aufguss getrunken werden", schließen die Autoren.






