Der Grund: Die Diagnose war umständlich.
Sie erforderte eine Gewebeprobe aus der Leber. Außerdem galt die Fettleber lange als harmlos. Zu Unrecht, denn neue Studien deuten nach Meinung des Experten darauf hin, dass die Fettleber von zentraler Bedeutung für die Entstehung des Metabolischen Syndroms ist. Darunter versteht man das Zusammentreffen der Risikofaktoren bauchbetontes Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck und erhöhter Blutzucker. Die Folgen sind vorzeitige Gefäßverkalkung sowie eventuell Herzinfarkt und Schlaganfall. Allein dies sei Grund genug, die Fettleber ernst zu nehmen, so der Forscher. Die Verfettung kann aber auch der Leber selbst schweren Schaden zufügen. Die Folgen sind die gleichen wie beim übermäßigen Alkoholgenuss: Leberentzündung (Nicht-alkoholische Steatohepatitis, NASH), dann ein Vernarben des Organs und schließlich eine tödliche Leberzirrhose. Einer Leberverfettung beugt man am besten durch die gleichen Maßnahmen vor, die auch einen Diabetes verhindern - durch ausgewogene Ernährung und viel Bewegung. Ist die Leber bereits verfettet, zeigen erste, kleine Studien eine Verbesserung durch Medikamente, die auch in der Behandlung des Diabetes Typ 2 eingesetzt werden. Für eine endgültige Empfehlung sind allerdings größere Studien erforderlich, sagen Experten. Ein anderer Behandlungsansatz ist hingegen gescheitert. Da das Fortschreiten der Fettleber zum NASH mit Sauerstoffradikalen in Verbindung gebracht wird, die bei vielen Stoffwechselreaktionen entstehen, sollten Radikalenfänger wie Vitamin E helfen. Entsprechende Studien haben jedoch gezeigt, dass bei einer langfristigen Einnahme die negativen Effekte überwiegen.





