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Fruchtsäfte setzen die Aufnahme bestimmter Arzneimittel herab

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Patienten sollten ihre Medikamente mit Wasser, aber niemals mit Fruchtsäften einnehmen, weil diese die Absorption der Wirkstoffe im Darm deutlich reduzieren können, warnt ein Pharmakologe auf der Jahrestagung der American Chemical Society in Philadelphia.
Vor Jahren konnte David Bailey von der University of Western Ontario, in London/Ontario, bereits zeigen, dass Grapefruitsaft die Bioverfügbarkeit des Kalziumantagonisten Felodipin deutlich erhöht (Lancet 1991; 337: 268-9). Dies konnte später auf die Blockade des Enzyms CYP3A4 in der Leber zurückgeführt werden, mit dem Felodipin, aber auch eine Reihe anderer Medikamente abgebaut werden. Die Folge ist eine Überdosierung des Medikaments.

Bei anderen Medikamenten kann es bei der Einnahme mit Grapefruitsaft dagegen zu Unterdosierungen kommen, was Bailey zunächst für das Antihistaminikum Fexofenadin zeigen konnte. Seine Wirkstoffkonzentration kann – je nach getrunkener Saftmenge – um die Hälfte bis zwei Drittel sinken (Clin Pharmacol Ther. 2005; 77: 170-7).
Inzwischen hat Bailey die Ursache dieser Interaktion herausgefunden. Das Flavonoid Naringin – es ist für den bitteren Geschmack der Pampelmuse verantwortlich – blockiert im Darm das Transportermolekül OATP1A2, mit dem eine Reihe von Wirkstoffen im Dünndarm resorbiert werden (Clin Pharmacol Ther. 2007; 81: 495-502).

Betroffen sind laut Bailey das Zytostatikum Etoposid, bestimmte Betablocker (Atenolol, Celiprolol, Talinolol), das Immunsuppressivum Cyclosporin und bestimmte Antibiotika (Ciprofloxacin, Levofloxacin, Itraconazol). Diese Liste sei jedoch nicht vollständig, da erst wenige Medikamente untersucht wurden.
Neben Grapefruitsaft können auch Orangen- und Apfelsaft die Absorption von Medikamenten herabsetzen. Bei Orangensaft ist hierfür das Flavonon Hesperidin verantwortlich, das auch in anderen Zitrusfrüchten enthalten ist. Der verantwortliche Bestandteil im Apfelsaft wurde laut Bailey noch nicht gefunden.
 

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