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Anti-Aging

Resveratrol verzögert Alterserscheinungen

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Das Antioxidans Resveratrol, das in Weintrauben vorkommt, hat in tierexperimentellen Studien in Cell Metabolism (2008; 10.1016/j.cmet.2008.06.011) die Altersprozessen bei Mäusen abgeschwächt. Bei übergewichtigen Tieren wurde auch die Lebensspanne verlängert. 

Resveratrol findet sich natürlicherweise in der Schale von Weintrauben und einer Reihe weiterer Früchte, die es möglicherweise vor dem Angriff von Krankheitserregern schützt. Außerhalb von Botanikerkreisen bekannt wurde die Substanz durch die Studien des US-Forschers David Sinclair, der 2003 in Nature berichtete, dass Resveratrol die Lebensspanne der Bierhefe Saccharomyces cerevisiae deutlich verlängert. Es hatte dort die gleiche Wirkung wie ein Kalorienentzug, dem ebenfalls eine lebensverlängernde Wirkung zugeschrieben wird.

Später konnten die Forscher eine ähnliche Wirkung von Resveratrol auch beim Wurm Caenorhabditis elegans und der Fruchtfliege Drosophila melanogaster belegen. Italienische Forscher haben die Experiment später bei einem Fisch, dem türkisen Prachtgrundkärpfling, reproduziert, sodass man gespannt sein konnte, wie die ersten Experimente bei Säugetieren ausfallen werden. Jetzt stellt Sinclair, der mittlerweile am Glenn Laboratories for Molecular Biology of Aging an der Harvard Universität in Boston forscht, seine Ergebnisse an Mäusen vor. Die Tiere wurden ab einem Alter von zwölf Monaten, was dem mittleren Erwachsenenalter des Menschen entspricht, mit einer Standard-Diät gefüttert oder mit einer hochkalorischen Diät gemästet. Eine dritte Gruppe erhielt nur jeden zweiten Tag Futter. In allen drei Gruppen wurde die Hälfte der Tiere hoch dosiert mit Resveratrol behandelt.

In vielen Aspekten konnten die an den primitiveren Lebewesen gewonnenen Ergebnisse wiederholt werden. Resveratrol senkte den Cholesterinspiegel und nicht signifikant auch die Triglyzeride. Das Fortschreiten der Atherosklerose an der Aorta wurde vermindert und zwar auch bei den überernährten Mäusen. Des Weiteren berichtet Sinclair über eine Verbesserung der Knochenmineralisation und -bruchfestigkeit.

Die Tiere erkrankten im Alter seltener an einer Katarakt und auch Alterserscheinungen wie Gleichgewichtsstörungen oder Schwächen der motorischen Koordination waren vermindert, wenn die Mäuse Resveratrol erhalten hatten. Sinclair führt dies auf Veränderungen der Genexpression in Leber, Skelettmuskulatur und Fettgewebe zurückführt, die durch Resveratrol in die gleiche Richtung gelenkt würden wie durch eine Kalorienrestriktion. 

Im Wesentlichen (und für selektive Interpretationen wenig anfälligen) Endpunkt, der Überlebenszeit, kann Sinclair nur einen Teilerfolg vermelden. Wie in früheren Studien hing die Lebensspanne der Tiere von der Ernährung ab. Die Tiere, die nur jeden zweiten Tag gefüttert wurden, lebten am längsten. Bei diesen und bei den normal genährten Tieren erzielte Resveratrol keine lebensverlängernde Wirkung. Bei den überernährten Tieren, die ohne Therapie die kürzeste Lebenserwartung hatten, konnte die Lebenszeit durch Resveratrol verlängert werden. 

Ob die Therapie auch beim Menschen wirken würde, ist noch offen. Sicherheit und Wirksamkeit sind bisher noch nicht klinisch untersucht worden. Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline scheint von den Potenzialen des Wirkstoffes jedoch überzeugt zu sein. Er kaufte Ende April 2008 für 720 Millionen US-Dollar die von Sinclair mitbegründete Firma Sirtis auf. Geplant sind dem Vernehmen nach klinische Studien bei Typ-II-Diabetes mellitus, Krebs und anderen altersbedingten Erkrankungen.
Aktualisiert ( Donnerstag, 11. Dezember 2008 um 14:10 )  

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Schlagzeilen

Vitamin D kann vor Krebs schützen. Darauf weist Edward Giovannucci von der Harvard Universität in einem Übersichtsartikel hin.
Bereits in den 1980er Jahren kam die Hypothese auf, dass Vitamin D könne vor Krebs schützen kann. Diese Annahme gründete auf der Tatsache, dass Sonnenexposition die Vitamin-D-Spiegel erhöht und ein ständiger Aufenthalt in sonnenarmen Gebieten mit einer erhöhten Rate bestimmter Krebsarten einhergeht.
Giovannucci fasst noch einmal die Ergebnisse der Harvard-Kohortenstudien zusammen, die neben zahlreichen Fragestellungen auch der Vitamin-D-Hypothese nachgingen. Es handelt sich dabei um die Nurses' Health Studie, die Health Professionals Follow-Up Stude und die Physicians' Health Studie. Analysiert wurde, ob Plasmaspiegel und Aufnahme des Vitamins mit Nahrung oder Supplementen die Inzidenz maligner Tumoren beeinflussen.